Auch Hecken müssen mal zum "Friseur", wenn sie überaltert sind! Gleich 5 "Gehölz-Coiffeure" unterschiedlicher Ortsgruppen unter der Leitung von Andreas Förster "rückten" am 11.02.2012 bei kaltem,
aber sonnigem Wetter, einem 10 m langen Heckenabschnitt am Rande des Feldwegs "Kluse" in Unna-Billmerich "auf den Pelz". Schließlich galt es, dem greisen Schlehen-, Weißdorn- und Holunder-Gebüsch
mit Sägen und Astscheren eine Verjüngungskur angedeihen zu lassen, um auch künftig bedrohten Vogelarten der offenen Feldflur Brut-, Nahrungs- und Unterschlupfmöglichkeiten in der Hecke zu bieten.
Und eine solche Kur hatte das Gehölz bitter nötig, wurde es doch seit Jahrzehnten pflegerisch vernachlässigt, drohte zu lückig zu werden und auseinanderzubrechen. Das anfallende Astwerk, das
Burkhard Brinkmann mit dem Hochentaster aus dem dornenbewehrten Sträuchern schnitt, verstauten die Helfer in einer Benjeshecke, die bereits im letzten Jahr in einer Ausbuchtung des Feldwegs
angelegt wurde. Einige Äste verblieben auch im geschnittenen Objekt, um Vögeln während der kahlen Phase des Neuaustriebs Sitzwarten und Verstecke zu bieten. Nach ca. 2 Stunden bei -3° unter Null
war die Arbeit getan. Im Winter des kommenden Jahres sollen weitere Gehölze geschnitten werden, dann stehen alte Strauchgruppen auf dem Plan der Aktivisten.
Der Feldweg "Kluse" in Billmerich zählt nicht nur zu den landschaftlich reizvollsten Wegen in Unnas Kulturlandschaft, sondern seine Raine und Säume beherbergen auch eine beachtliche Vielfalt
selten gewordener Pflanzenarten, wie beispielsweise Dornige Hauhechel, Wilder Dost und Großer Odermennig. Diese nektarspendenden und für die Insektenwelt so bedeutsamen Arten sind durch die
zunehmend intensivierte Landwirtschaft kaum noch in der offenen Feldflur anzutreffen.
Seit nunmehr 12 Jahren pflegt die NABU-Ortsgruppe Unna den Biotop in enger Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Unna und hat auf diese Weise die Vorkommen gefährdeter Saumpflanzenarten an
diesem Standort erhalten und nachweislich mehren können.
Andreas Förster
Zum Schutz seltener Pflanzen haben 5 Aktive der Ortsgruppe Kamen/Bergkamen/Bönen bei minus 12°C am 7.2.2012 die Sohle in einer ehemaligen Lehmgrube von Gehölzaufwuchs befreit. Birken und Erlenausschlag beeinträchtigen den Lebensraum einer in NRW gefährdeten Orchideenart, so dass der Pflegeeinsatz notwendig wurde. Der gefrorene Boden verhinderte Trittschäden der empfindlichen Rhizome. Weiterhin wurden Weiden, die ein Gewässer beschatteten, und Brombeeren entfernt. Mit den Holzstämmen wurde zur „Besucherlenkung“ ein Trampelpfad versperrt. Nach zwei Stunden war ein kühler Arbeitseinsatz erfolgreich beendet.
Bernd Margenburg
Am 29.01.2012 führte der NABU Kreisverband Unna interessierte Vogelgucker an den Möhnesee. In Günne trafen sich 21 frostsichere Naturbeobachter, nicht nur aus dem Kreis Unna kommend sondern auch aus Köln, Balve und Menden um sich unter der bewährten Führung von Karl-Heinz Kühnapfel die Vogelwelt des Möhnesees zeigen zu lassen. Bei frostigen Temperaturen erfreute die Besucher am Möhnevorbecken eine Wasseramsel bei ihrem morgentlichen Putzritual und mehrere quirlige Zwergtaucher. Auf dem Vorbecken waren balzende Schellenten, Reiherenten, Gänsesäger und vereinzelt auch Tafelenten und Stockenten zu sehen. Graureiher, Silberreiher und Kormorane flogen vorüber. Von der Staumauer aus konnten noch einige Fichtenkreuzschnäbel beobachtet werden, welche auch immer mal die Staumauer selbst anflogen, um Mineralien aus den Ritzen zu picken. An einer mit kleinen Zapfen vollbehangener Lärche hielt sich ein gemischter Trupp von Erlenzeisigen und Stieglitzen auf. An Möwen konnten unter Einsatz eines stark vergrößernden Spektives Mittelmeer- und Steppenmöwen zwischen den rastenden Silber- und Lachmöwen ausgemacht werden. Insgesamt hat die Naturtruppe 32 Arten ausmachen können. Es wurden interessante Gespräche geführt , viele Fragen konnten beantwortet werden Die Gruppe war durchweg begeistert von der über dreistündigen Exkursion.
Ilona Jädke, Karl-Heinz Kühnapfel
Auf dem Gut Velmede haben sich 15 zählwütige Vogelgucker getroffen, um zusammen die Vögel zu zählen. Da das Wetter nicht ganz so optimal war, traf man sich im Backhaus des Gutes und zählte einfach von innen nach außen.
Am häufigsten konnte die Blaumeise notiert werden, gefolgt von der Kohlmeise und der Sumpfmeise. Die Sumpfmeise ist auf dem Gut deshalb so gut vertreten, weil das Feuchtgebiet angrenzt. Kleiber, Grünfink, Ringeltaube, Rotkehlchen, Amsel, Heckenbraunelle, Buntspecht und 1 singende Misteldrossel rundeten die Artenliste ab.
Bei Kaffee und Kuchen ergaben sich noch gute Gespräche.
Ilona Jädtke