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Jörn Raffel (NABU - Wolfsbotschafter)

Tel.: (0179) 4850934

E-Mail: joern.raffel@gmail.com

Willkommen Wolf!

NABU-Projekt zum Schutz der Wölfe in Deutschland

Endlich gibt es sie wieder: Frei lebende Wolfswelpen in Deutschland
Endlich gibt es sie wieder: Frei lebende Wolfswelpen in Deutschland

Die Rückkehr des Wolfes 150 Jahre nach seiner Ausrottung ist ein erster Erfolg für den Artenschutz, allerdings mangelt es an länderübergreifenden Konzepten. So sieht die erste Bilanz des NABU-Wolfsprojektes aus. Bei den Schutzbemühungen für den Wolf in Deutschland gibt es noch große Lücken, vor allem wenn es darum geht, das Nebeneinander von Mensch und Wolf zu regeln und Konflikten vorbeugen.Größte Gefahr: Der Mensch

Bereits über 50 Wölfe seit 2000 im Verkehr getötet

28. Mai 2014 - Die häufigste nicht natürliche Todesursache für Wölfe ist der Verkehrstod: Seit der Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2000 wurde bereits über 50 Tiere durch den Straßen- und Schienenverkehr getötet. Zusammen mit den illegalen Abschüssen ist dadurch der Mensch die größte Gefahr für die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland. 

 

Die größte Gefahr für Wölfe in Deutschland ist der Mensch: Durch illegalen Abschuss und im Straßen- und Schienenverkehr verlieren zahlreiche Wölfe ihr Leben.
Die größte Gefahr für Wölfe in Deutschland ist der Mensch: Durch illegalen Abschuss und im Straßen- und Schienenverkehr verlieren zahlreiche Wölfe ihr Leben.

Wölfe legen zum Teil mehr als 40 Kilometer am Tag zurück – auf Wanderungen durch ihr Revier und bei der Suche nach einem neuen Territorium. Sie durchschwimmen dabei nicht nur Flüsse, sondern müssen auch Straßen und Schienen überqueren. In den vergangenen Jahren sind sowohl erwachsene als auch Jungwölfe häufig bei der Überquerung von Bundesstraßen und Autobahnen zu Tode gekommen. Auch durch den Schienenverkehr sind schon mindestens vier Wölfe gestorben.

Verkehrsopfer Wolf (Zum Vergrößern bitte klicken)
Verkehrsopfer Wolf (Zum Vergrößern bitte klicken)

Insgesamt kommen jährlich schätzungsweise mehr als 200.000 Tiere auf Straßen und Schienen zu Tode. „Die hohe Zahl macht deutlich, welche Gefahr das Straßennetz in Deutschland für wandernde Tierarten allgemein darstellt“, sagt Moritz Klose, NABU-Referent für Wolfsschutz. Mit rund 230.000 Kilometern überörtlichen Straßen besitzt Deutschland eines der dichtesten Straßennetze der Welt. 

Der NABU fordert deshalb, die Durchgängigkeit der Landschaft für alle wandernden Tiere wiederherzustellen und dafür auch das im Jahr 2012 von der Bundesregierung beschlossene Bundesprogramm Wiedervernetzung endlich mit ausreichenden finanziellen Ressourcen zu unterlegen. Querungshilfen wie Grünbrücken können die Folgen der ökologischen Zerschneidung von Verkehrswegen reduzieren und stellen eine unverzichtbare Hilfe für den Ortswechsel vieler Arten dar. Somit nutzen sie nicht nur dem Wolf, sondern auch Luchs, Wildkatze und Rothirsch.
 

„Deutschland ist keineswegs ungeeignet für den Wolf, der sehr gut in unserer Kulturlandschaft zurechtkommt“, so Moritz Klose. „Der Wolf genießt national wie international einen strengen Schutz. Die Bundesrepublik ist auch von Seiten der Europäischen Union dazu verpflichtet, für den Wolf Sorge zu tragen.“ Der NABU spricht sich daher für ein nationales Wolf-Kompetenzzentrum aus, eine bundesweite Einrichtung, die Bestandszahlen der Wolfsvorkommen sammelt und Schutzmaßnahmen koordiniert sowie Forschungsprojekte betreut. Seit 2000 gibt es wieder frei lebende Wölfe in Deutschland. Durch die Schutzbemühungen haben sich zwischen Nordsee und Tschechien 25 Rudel entwickelt. Die Population umfasst derzeit etwa 100 erwachsene Wölfe und gilt als stark gefährdet.
 

Lausitzer Wölfin wandert nach Westen aus

NABU-Probe klärt Herkunft des ersten thüringischen Wolfes

Thüringens erste Wölfin, fotografiert im Mai auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Ohrdruf.
Thüringens erste Wölfin, fotografiert im Mai auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Ohrdruf.

23. September 2014 - Die Freude im Spremberger Wolfsbüro des NABU ist groß: Ein weiblicher Nachkömmling aus dem Rudel östlich der brandenburgischen Stadt hat sich als erster Wolf Thüringens niedergelassen. Durch Genproben konnte die Abstammung des Tieres nun nachgewiesen werden. 

Seit fast zehn Jahren beobachten der NABU, wie in der Lausitz geborene Wölfe nach und nach weiter Richtung Westen ziehen. So stammen die Eltern des ersten Wolfsrudel Niedersachsens im Jahr 2012 aus der Gegend südlich der Spremberger NABU-Einrichtung. Bürochef Markus Bathen freut sich: „Nun ist auch der erste Wolf Thüringens einer, der vor unserer Haustür aufgewachsen ist.“

Dieser erste Thüringer Wolf wurde schon im Mai durch die LAG Wolf des NABU Thüringen auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe von Gotha entdeckt und fotografiert. Bei der anschließenden Suche fand man eine Kotprobe, deren genetisches Material nun die Untersuchungsergebnisse liefert. 

Durch die Abwanderung der Jungtiere gelingt dem Wolf, was andere Arten wie der Luchs nicht schaffen: die eigenständige Rückkehr in die Lebensräume, wo er einst ausgerottet wurde. Durch Forschungsprojekte mit satellitengestützten Sendern konnte nachgewiesen werden, dass Wölfe innerhalb eines halben Jahres 1500 Kilometer vom Ausgangspunkt abwandern können.

Erster „NABU-Wolf“ im Naturparadies Grünhaus

Bilder aus Fotofallen bestätigen die Anwesenheit von Wölfen in Grünhaus

Herbst 2013 - Zu den rund 3.000 Tier- und Pflanzenarten, die bisher im Naturparadies Grünhaus nachgewiesen sind, gehört jetzt auch der Wolf. Das bestätigen Bilder von zwei ausgewachsenen Wölfen, die mit Fotofallen gelangen.

Um den Wolf nachzuweisen, wurden seit Mitte 2013 mehrere Fotofallen installiert und das Gelände auf Spuren und Losung abgesucht. NABU-Projektleiter Stefan Röhrscheid arbeitet dabei mit Constanze Eiser, der örtlich zuständigen Wolfsbeauftragten des brandenburgischen Landesumweltamtes sowie dem NABU-Wolfsexperten Markus Bathen zusammen.

Dieser Wolf löste die Fotofalle aus
Dieser Wolf löste die Fotofalle aus

Im Herbst war es dann soweit: Fast zeitgleich lösten unabhängig voneinander zwei Wölfe zwei verschiedene Fotofallen bei bestem Tageslicht aus, womit der erste gesicherte, und zwar gleich doppelte Wolfsnachweis im Naturparadies Grünhaus gelungen ist. Ein tolles Ergebnis, das in Grünhaus mit Sekt gefeiert wurde!

 

Trotz Wolf ist das Schalenwild in Grünhaus weiterhin zahlreich präsent und das Verhalten des Wildes normal. Das bestätigen die Aufnahmen aus den Fotofallen eindrucksvoll: Schon kurz nach dem Wolf tappten Rehe, Dachs, Fuchs sowie eine Wildschweinrotte in die Fotofalle.

 

In den stillgelegten Tagebauen bei Lauchhammer finden viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten Lebensbedingungen, die in der sonst stark besiedelten Kulturlandschaft rar geworden sind. Die Landschaft ist weitestgehend unzerschnitten und die Böden der riesigen Abraumkippen sind nährstoff- und schadstoffarm. Das ist in Deutschland nur noch ganz selten anzutreffen.

 

Noch ist das Naturparadies Grünhaus wegen bergbaubedingter Rutschungsgefahren für private Ausflüge gesperrt. Doch Naturfreunde können im Sommerhalbjahr an einer der geführten naturkundlichen Wanderungen teilnehmen. Für unsere Grünhaus-Paten bieten wir in diesem Jahr zwei Patenwochenenden mit dem Thema Wolf an.

Angeschossen, verletzt, eingeschläfert

Weiterer Wolf fällt illegalen Schüssen zum Opfer

10. Oktober 2014 - Schon wieder wurde ein Wolf illegal angeschossen: Der etwa fünf Monate alte Welpe wurde am 4. Oktober von Spaziergängern bei Cammer (Potsdam-Mittelmark) schwer verletzt aufgefunden. Höchstwahrscheinlich wurde das weibliche Tier von einer Erntemaschine erfasst, die beide Hinterläufe fast abgetrennt hatte. Eine Tierärztin schläferte das Tier ein.

 

Doch warum konnte die Fähe nicht rechtzeitig vor der Maschine fliehen? Eine Untersuchung des Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ergab, dass das Tier angeschossen wurde. Die Schusswunde an den Hinterläufen war bereits zwei Wochen alt.

 

Seit der natürlichen Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland im Jahre 2000 wurde zwölf illegal geschossene Wölfe dokumentiert. Zudem ist der Fund vom 4. Oktober der vierte Fall, in dem ein Wolf nicht unmittelbar tödlich getroffen wurde. Markus Bathen, NABU Wolfsexperte, vermutet: „Wenn ich diese Zahlen im Verhältnis sehe, drängt sich die erschreckenden Einsicht auf, dass nicht wenige Wölfe nur deshalb noch leben, weil der Täter nicht gut genug schießen konnte.“ Über die Höhe der Dunkelziffer kann nur spekuliert werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass viele Täter den Kadaver unbekannt vergraben.

 

Schließlich ist der Wolf eine besonders geschützte Tierart und gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht. Das Töten oder auch Verletzen eines Wolfes kann laut Bundesnaturschutzgesetz mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden (Paragraph 71). Markus Bathen: „Mit Sicherheit sind nicht alle Jäger illegale Wolfstöter. Aber umgekehrt gilt eben auch: Jeder Wolf, der illegal geschossen wurde und bekannt ist, starb durch Jagdmunition.“ Daher begrüßt der NABU das Vorgehen des Landesjagdverbandes Brandenburg. Dieser hatte die Tat öffentlich verurteilt und Anzeige erstattet.



 

NABU freut sich über Wolfsnachweis in NRW

Pressemitteilung NABU NRW | Nr 05/15 | 23. Januar 2015

Wolf aus Niedersachsen ist gekommen, um zu bleiben | Land muss Managementplan nun zügig erarbeiten

Düsseldorf/Minden-Lübbecke – Der Wolf ist zurück in NRW. Dies bestätigte eine DNA-Probe aus dem Kreis Minden-Lübbecke, wie „Der Westen“ heute verkündete. „Nach rund 180 Jahren lebt damit endlich wieder ein Wolf in unserem Bundesland“, so Thomas Pusch, Sprecher des NABU-Landesfachausschusses Wolf. Experten hätten schon länger auf diese Meldung gewartet. „Die 5 Wolfsrudel in Niedersachsen haben allein im letzten Jahr 22 Jungtiere großgezogen“, so Pusch weiter. Da sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis ein Jungtier auf der Suche nach einem neuen Revier auch die Grenze nach Nordrhein-Westfalen überschreiten würde.

Noch sei aber nicht sicher, ob der Wolf bereits sein Revier im Kreis Minden-Lübbecke gefunden habe oder noch auf der Suche nach einem passenden Lebensraum sei. Die nächsten Wochen würden hier sicherlich Klarheit bringen. „Wichtig ist vor allem: kein Mensch muss sich nun Sorgen um seine Sicherheit machen, denn Wölfe stellen keine Gefahr für den Menschen dar“, erklärt der NABU-Wolfsexperte. Wir Menschen gehörten nicht ins Beutespektrum. Wildschweine seien die gefährlicheren Tiere in unserer nordrhein-westfälischen Natur.

Als Fleischfresser sei der Wolf jedoch nicht nur auf das heimische Wild festgelegt, sondern nehme auch gerne ungeschützte Nutztiere, insbesondere Schafe, als leichte Beute auf seinen Speiseplan. Präventionsmaßnahmen seien daher für die betroffenen Schäfer unerlässlich. Das koste Zeit und vor allem Geld. „Schon seit Jahren fordert der NABU einen entsprechenden Managementplan vom Ministerium, der gerade diese so wichtigen Punkte zufriedenstellend regeln sollte“, so Pusch. Die Möglichkeit, vor dem ersten Schadensfall eine Regelung getroffen zu haben, wurde in NRW aber vergeben. Jetzt hieße es schnell zu handeln. Denn in Ostwestfalen/Lippe seien die Schäfer mit ihren Herden für die Landschaftspflege und den Erhalt dieser unerlässlich.

Im Jahr 2009 hatte ein Wolf aus dem angrenzenden hessischen Reinhardswald bereits eine kleine Stippvisite in den Kreis Höxter unternommen, wo er anhand eines Schafrisses durch seine DNA nachgewiesen werden konnte.

Quelle: Landesfachausschuss Wolf NRW


 

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Termine im Oktober

Mo., 02.10.2017 Vorstands- und Beiratssitzung

Sa., 14.10.2017, 12 bis 18 Uhr
Tag des Apfels auf der Ökologiestation in Bergkamen-Heil | Westenhellweg 110

So., 15.10.2017 Ornithologiekurs von Karl-Heinz Kühnapfel im NSG Beversee

Mi., 18.10.2017 Stammtisch – NABU Ortsgruppe Selm

Do., 26.10.2017 Stammtisch – NABU Ortsgruppe Kamen/Bergkamen

Achtung die November-Sitzung findet in Schwerte statt!

Mo., 06.11.2017 Vorstands- und Beiratssitzung