Wiesenmahd in Bergkamen                                         Ende einer Erfolgsgeschichte

Am 08.09.2021 endete mit dem letzten Mahdeinsatz der NABU-Ortsgruppe Kamen/Bergkamen zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Bodelschwinghschule die Wiesenmahd in Bergkamen-Heil. Begonnen hatte der Einsatz zum Erhalt unserer typischen Wiesenpflanzengesellschaften mit der ersten Wiesenmahd der Kröten-schutzgruppe im Jahr 1982. Ab 1984 übernahm die NABU- Ortsgruppe die Mahd der Fläche am Kraftwerk und westlich der Nördlichen Lippestraße. Von 1994 bis 2020, d. h. 26 Jahre lang, wurden wir tatkräftig unterstützt von den Eltern und Erzieherinnen der Kindertageseinrichtung „Unter dem Regenbogen“ aus Südkamen.

 

Nachdem wir bereits im vergangenen Jahr die Pflege der Orchideenwiese am Kraftwerk an die Biologischer Station abgeben mussten, schien für das Jahr 2021 mit einer kleinen Rentnergruppe noch die Pflege einer kleinen Wiese östlich der Nördlichen Lippestraße und der RVR-Fläche möglich. Als jedoch zwei fest eingeplante NABU-Mitglieder ausfielen, war auch die Mahd der beiden verbliebenen Wiesenflächen gefährdet. Letztendlich war es dem Einsatz von drei hoch motivierter Mahdhelferinnen zu verdanken, dass die Wiesen gemäht wurden. So konnten die Schülerinnen und Schüler noch einmal mit viel Elan und Freude bei der Arbeit das Mahdgut zu zwei großen Heuhaufen zusammentragen.

 

Schade, nächstes Jahr hätten wir unser Jubiläum „40 Jahre Wiesenmahd in Bergkamen-Heil“ feiern können, wenn es noch aktive Mitglieder gäbe, die bereit gewesen wären, mit Balkenmäher, Harke, Gabel und Plane einige Stunden im Jahr Naturschutzarbeit zu leisten. Im Gegensatz zu vielen, die nur über Klimaschutz debattieren, haben die vielen Helferinnen und Helfer wirklich aktiv etwas für den Klimaschutz und den Artenschutz getan. Wir haben uns über diese lange Zeit für den Erhalt des Breitblättrigen Knabenkrautes eingesetzt. Damit hat der NABU Verantwortung für diese gefährdete Orchideenart übernommen, für die die Bundesrepublik Deutschland aus globaler Perspektive eine besondere Verantwortung trägt (Verantwortungsart). Im Gegensatz zu denen, die über Naturschutz reden und nichts bewirken, konnten wir die Orchideenbestände in Bergkamen- Heil nicht nur erhalten, sondern auch deutlich vergrößern. Unserem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Orchideenwiese am Kraftwerk eine überregionale Bedeutung erlangt hat. So geht unsere Erfolgsgeschichte zu Ende, die nun durch die Biologische Station Unna / Dortmund, an die ich die Pflege dieser Orchideenwiesen weitergebe, fortgesetzt werden kann.

 

Bei allen Helferinnen und Helfern, insbesondere bei Herrn Schuchtmann, der uns über die lange Zeit immer zuverlässig das Mahdgut abgefahren hat, möchte ich mich für die lange und gute Zusammenarbeit, mit vielen schönen, gemeinsamen Stunden auf unseren Pflegeflächen bedanken.

 

Bernd Margenburg

 

Abschiedsfotos


Herbstmahd im Feldwegbiotop "Kluse"

 

Am 30. Oktober trafen sich NABU-Mitglieder und naturinteressierte Helfer bei windigem Wetter zur finalen Herbstmahd im Feldwegbiotop "Kluse" in Unna- Billmerich.

 

Die Ränder des auf dem Dach des Haarstrangs gelegenen und von Apfelbäumen und Hecken gesäumten Biotops beherbergen eine Vielzahl selten gewordener Wildpflanzen, beispielsweise den Großen Odermennig, die Dornige Hauhechel und den Wirbeldost - Arten, die in der offenen Feldflur rund um Unna immer seltener werden. Die Gründe für ihren Rückgang sind vielschichtig: Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, aus Luft und Niederschlägen, das Mulchen bei der oft angewendeten Schlegelmahd, illegal entsorgte Gartenabfälle sowie Hundekot lassen häufige und überall zu findende Stauden, Halbsträucher und Gräser im Überfluss gedeihen. Diese Ubiquisten (Allerweltspflanzen), z.B. Große Brennessel, Klettenlabkraut, Kratzbeere, Knäuelgras etc. machen vielen lichtliebenden und magerere Böden bevorzugenden Pflanzen durch ihren verdrängenden Wuchs den Garaus.

 

Seit 2004 pflegt der NABU Unna den für Insekten und verschiedene Vogelarten als Nahrungs- und Repoduktionsstätte bedeutsamen Biotop auf der Billmericher Haarstranghöhe. Bis zu 18 verschiedene Schmetterlingsarten wurden in dem reich strukturierten und malerisch - mit Fernblick ins Sauerland - gelegenen Feldwegbiotop festgestellt. Dorngrasmücke und Goldammer schätzen den Weg und sind jedes Jahr vertreten.

 

Besonder Wert wird auf die Mahd und den Abtransport des Mahdguts gelegt, damit der Weg nicht verbuscht und Nährstoffe ausgetragen werden. Um überwinternden Insekten und ihren Larvenstadien über die kalte Jahrezeit hinweg trotzdem ein Ruhequartier zu bieten, bleiben bestimmte Vegetationsstreifen stehen, die von Jahr zu Jahr an anderer Stelle liegen können. Grundsätzlich wird die Mahd so gestaltet, dass ein wechselndes Mosaik von hoch- und niedrigwüchsigen Bereichen entsteht und somit die Lebensraumansprüche einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten erfüllt werden.

 

Auch wird die 345 m lange Strecke nicht in einem Arbeitsgang gemäht, was auch nicht zu bewältigen wäre, sondern abschnittsweise und zeitlich versetzt ab Mitte September. Dass diese Pflegemethode von Erfolg gekrönt ist, zeigt die zunehmde Anzahl der pollen- und nektarspendenden Pflanzenarten, die sich inzwischen über den ganzen Weg erstrecken. Im Spätwinter sollen die Pflegemaßnahmen fortgesetzt werden. Dann steht der Schnitt einzelner Apfelbäume an. Helfer sind immer willkommen.

 

Andreas Förster

 

Impressionen


Herbstwanderung mit Kitas Gänseblümchen und Brausepulver

Im Rahmen der Kooperation zwischen dem NABU-Kreisverband Unna und dem Familienzentrum der Kitas Gänseblümchen und Brausepulver in Kamen-Methler fand am 2.10.2021 eine Herbstbotenwanderung im Mühlenbruch in Bergkamen statt.

Bei der Wanderung konnten sich Kinder und Eltern über die Natur in diesem NSG informieren. Mistkäfer, Wegschnecken und Silberreiher konnten beobachtet werden. Der Höhepunkt war dann ein Picknick unter Altbuchen mit Klettermöglichkeiten und eine Märchenerzählung über die Windhexe. Zum Abschluss konnten die Kinder dann einen Hexenbesen aus natürlichen Materialien des Waldes basteln.

 


Exkursion entlang des Beverbaches im Romberger Wald

Beverbach und Wegeränder im Romberger Wald in Bergkamen-Rünthe waren über viele Jahre Exkursionsziele des NABU-Kreisverbandes Unna. Insbesondere die gewässerkundlichen Führungen mit den Kindern der ev. Kinder-tageseinrichtung „Unter dem  Regenbogen“ gaben spannende Einblicke in das artenreiche Gewässer.

 

Allen Teilnehmern*innen konnten aber auch die zahlreichen Frühlingsgeophyten am Wegrand vorgestellt werden. Coronabedingt fallen leider alle NABU-Exkursionen aus. Also gibt es aktuell auch keine Treffen der NABU-Botanik AG.

 

So bleibt nur ein eigener Spaziergang entlang des Beverbaches, um die Pflanzen zu kartieren. Am 01.04.2021 blühten u. a.:

 

Adoxa moschatellina / Moschuskraut

Anemone nemorosa / Buschwindröschen

Arum maculatum / Gefleckter Aronstab

Gagea lutea / Wald-Gelbstern

Oxalis acetosella / Waldsauerklee

Pulmonaria officinalis / Geflecktes Lungenkraut

Ficaria verna, Syn.: Ranunculus ficaria L / Scharbockskraut

Veronica sublobata / Hain-Ehrenpreis

Viola x bavarica / Bastard-Wald-Veilchen

 

Fünf Jahre nach der letzten Bestandsaufnahme waren die Arten zwar noch vorhanden, aber es gab eine unangenehme Überraschung. Durch Ausbau des Weges entlang des Beverbaches war in dem zukünftigen Naturschutzgebiet ein Teil des Lebensraumes dieser Pflanzen zerstört worden. Es waren also deutlich weniger der schützenswerten Pflanzen vorhanden.

 

Zudem muss festgestellt werden, dass auch hier magere Lebensräume entlang der Wegränder durch die Verkotung der zahlreichen Hunde verschwinden. Hier sind dringend Maßnahmen zu ergreifen. Es kann nicht sein, dass laufend auf die Gefährdung von Bodenbrütern und Jungtieren durch frei laufende Hunde hingewiesen wird, wenn an den Wegesränder, die oftmals letzte Rückzugsgebiete seltener Pflanzen sind, alles „totgeschissen“ wird. Leider kann ich es nicht anders nennen, was an den Rad- und Wanderwegen selbst in den Naturschutzgebieten geschieht.

 

Hier ist dringend Abhilfe zu schaffen. Kartieren von Wegrändern macht keinen Spaß mehr! Wo gibt es noch ungestörte Rückzugsgebiete für unsere Natur? Es fehlen Naturerlebnisflächen für alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Unna!

 

Bernd Margenburg

 

 

Hinweis:

Die NABU-Botanik-AG wird sich, sobald es wieder möglich ist, zur Kartierung der Flechten, Moose und höheren Pflanzen treffen. Termine werden auf unserer Homepage bekannt gegeben.

 

Bilder der Pflanzen