Aktuelles

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Naturschutzpreis 2020 für Friedrich von Bodelschwingh-Schule

Der NABU-Kreisverband Unna gratuliert der Friedrich von Bodelschwingh-Schule (Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung) zum Naturschutzpreis 2020, der von der Bezirksregierung Arnsberg verliehen wurde.

 

Beworben hatte sich die Klasse BO2 der Friedrich von Bodelschwingh-Schule, mit dem Wettbewerbsbeitrag, dass die Schüler*innen dem NABU bei der Pflege der artenreichen Feuchtwiese helfen.

 

Somit lernen die Schüler*innen einheimische Orchideen wie das Breitblättrige- und das Gefleckte Knabenkraut kennen. Die Feuchtwiese liegt im unmittelbarer Nähe der Schule. Die Kontraste könnten nicht größer sein, auf der einen Seite das industriell geprägte Ruhrgebiet, mit dem Steinkohlekraftwerk Bergkamen, auf der anderen Seite, Orchideenwiesen, die aufgrund des Orchideenbestandes von über 10.000 Exemplaren eine überregionale Bedeutung haben.

 

Der NABU möchte sich auch dafür bedanken, dass er schon lange bei der Wiesenmahd von der Friedrich von Bodelschwingh-Schule unterstützt wird und möchte ausdrücklich betonen, dass die gemeinsame Arbeit mit den Schülern*innen ihnen immer sehr viel Spaß macht.

 

Der NABU bedankt sich auch bei der Bezirksregierung Arnsberg, dass sie diesen Beitrag für preiswürdig hielt, da sowohl die praktische Naturschutzarbeit als auch der pädagogische Wert der Zusammenarbeit gewürdigt wurde.

 

Bernd Margenburg

 

Impressionen

Bilder mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-von-Bodelschwinghschule


Pflege der Orchideenwiesen in Bergkamen

Auch im Jahr 2020 haben wir die Orchideenwiesen in Bergkamen-Heil gepflegt. Nachdem der RVR im November 2019 mit einem Forstmulcher die Buschreihe zwischen Kanaldamm und dem Graben an der südlichen Seite der Nasswiese entfernt hatte, dauerte das Abharken der Holzschnitzel bis zum 08.02.2020. Ziel der Maßnahme ist, den Randbereich des Grabens wieder als Lebensraum für Orchideen zu entwickeln.

 

Der milde Winter führte wiederum zu keinem Wachstumsstopp auf den Nasswiesen. Um den Wiesenpflanzen bessere Wachstumsbedingungen zu geben, wurde in Absprache mit der Biologischen Station probeweise ein Streifen der Orchideenwiese am Kraftwerk am 02.04.2020 gemäht. Der eingesetzte Kreiselmäher wurde dabei so hoch eingestellt, dass wir die ersten Orchideenblätter nicht abgemäht haben. Wir wollen schauen ob und wie eine dünne Mulchschicht sich im zeitigen Frühjahr zersetzt und ob durch den höheren Lichtgenuss nach dem Abmähen des Grases die Wiesenpflanzen bessere Wuchsbedingungen bekommen. Leider dauerte der Zersetzungsprozess durch die bereits einsetzende Trockenheit länger als gedacht. Aber der Blühaspekt der Wiesenpflanzen, wie z. B. des Wiesen-Schaumkrautes (Cardamine pratensis) und des Breitblättrigen Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis) zeigte, dass solch eine frühe Mahd die Entwicklung der Wiesenpflanzen durchaus fördert.

 

Ende April zeigten die Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) ihre ganze Pracht auf unseren Pflegeflächen. Daneben blühten auch die ersten Orchideen, deren Blattaustriebe bereits Ende März zu sehen waren. Das Breitblättriges Knabenkraut, die Orchidee des Jahres 2020, war dann Mitte Mai in Vollblüte. In diesem Jahr musste leider auf Grund der Corona-Lage die Exkursion zu der Bergkamen-Heiler-Orchideenwiese erstmalig seit Beginn der Führungen abgesagt werden.

 

Bemerkenswert war die Entwicklung der Orchideen auf den wechselfeuchten Flächen. Am Pumpwerk blühten Mini-Pflanzen! Ob diese Orchideenart bei weiteren zu trockenen Frühjahren dort überleben kann ist fraglich. 4 Wochen nach Dactylorhiza majalis blühte dann das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata aggr. s.latiss.). Auch hier zeigten sich erste Trockenschäden. Dagegen blühten im Juli das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) und auch die Wiesen-Margeriten (Leucanthemum vulgare agg.) prächtig.

 

Am 18.08.2020 wurde die Orchideenwiese am Kraftwerk und die Fläche südlich des Pumpwerkes gemäht. Nun hieß es wie in den vergangenen Jahren abwarten, wie viele Helferinnen und Helfer zum „Abtragen des Mahdgutes“ am 22.08.2020 nach Bergkamen kommen. 21 Helferinnen und Helfer konnten unter Einhaltung der Abstandsbedingungen (Corona!) in drei Stunden das Mahdgut von der gesamten Wiese entfernen. Eine eindrucksvolle Leistung der kleinen Gruppe. Dabei waren -wie seit 26 Jahren- wieder Eltern von der Südkamener KITA “Unter dem Regenbogen“. Allen Teilnehmer*innen ein herzliches Dankeschön für ihren Einsatz zum Erhalt dieses Lebensraumes.

 

Am 25.08.2020 wurde dann von vier Helferinnen und Helfern die Fläche südl. des Pumpwerkes abgetragen. Damit fehlte nur noch der Pflegeeinsatz auf der RVR-Fläche. Am 8.09.2020 kam unser zweiter Balkenmäher zum Einsatz, nachdem der Kreiselmäher und der doppelbereifte Balkenmäher zur Reparatur gebracht werden mussten. Die Wiese und der Randbereich am Kanaldamm wurden gemäht, so dass am 17.09.2020 Schülerinnen und Schüler der Bodelschwingh-Schule mit Harken und Planen das gesamte, gut abgetrocknete Mahdgut in kürzester Zeit zu einem großen Heuhaufen auftürmen konnten. Eine tolle Leistung!

 

Allen Helferinnen und Helfern, die zum Erhalt dieser schützenswerten Lebensräume beigetragen haben, sagt das Mahdteam herzlichen Dank!

 

Mit der Mahd der Orchideenwiese am Kraftwerk im Jahr 2020 geht auch eine Epoche des Naturschutzes in Bergkamen zu Ende. Rund 35 Jahre ist es her, als Wilfrid Loos mir den Balkenmäher in die Hand gedrückt hat und ich die Wiesenmahd in Bergkamen Heil übernommen habe. Damals gab es noch eine Gruppe Gleichgesinnter, die Spaß hatte, sich einmal im Jahr zu treffen und die Feuchtwiesen in Heil zu mähen. Die Arbeit wurde nach und nach mehr und die Gruppe der aktiven NABU-Mitglieder wurde im Laufe der Jahre immer kleiner. Keiner, der ging, hatte einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. 26 Jahre lang haben uns Eltern der Südkamener KITA „Unter dem Regenbogen“ beim Abtragen des Mahdgutes geholfen. Immer wieder kamen auch externe Helfer*innen hinzu. Das Abtragen der großen Fläche am Kraftwerk war damit schon seit Jahren nicht mehr planbar. Bisher hat es immer noch geklappt. In diesem Jahr waren 21 Helfer*innen da, davon gerade mal 5 vom NABU! Bei rd. 1.200 Mitgliedern ist das ein Trauerspiel. Offenbar hat niemand mehr Interesse an aktiver Naturschutzarbeit. Die „Aktiven“ waren der Grund, dass ich dem NABU beigetreten bin. Ohne deren Unterstützung und jahrzehntelange Mithilfe wäre die erfolgreiche Naturschutzarbeit in Bergkamen nicht möglich gewesen. Unser Mahdteam ist aber nun auf drei geschrumpft. Das reicht mit entsprechender Unterstützung für unsere kleinen Pflegeflächen, nicht aber für die große Orchideenwiese am Kraftwerk aus. Wenn wir gemäht haben und es kommen keine externen Helfer*innen, dann stehen wir vor eine großen Berg von Mahdgut, den wir nicht alleine abtragen können! Kurz, die Arbeit ist von uns nicht mehr leistbar. Hinter mir steht niemand, dem ich den Balkenmäher in die Hand drücken kann. Mit großem Bedauern gebe ich also die Wiesenmahd auf der großen Wiese auf und freue mich, die Orchideenwiese zukünftig in guter fachlicher Betreuung der Biologischen Station zu wissen.

 

Bernd Margenburg

 

Impressionen vom Pflegeeinsatz

Steinkäuze in Weddinghofen gefährdet

 

Das letzte Vorkommen des Steinkauzes in Bergkamen-Weddinghofen ist durch die geplante Bebauung einer 12.000 Quadratmeter großen Fläche in Gefahr. Der NABU möchte alle Interessierten einladen, die Steinkäuze kennenzulernen.

 

Datum:  Freitag 24. Juli 2020

 

Uhrzeit: 20 Uhr

 

Ort:         Parkplatz Wellenbad, Häupenweg 25

                 (Bergkamen-Weddinghofen)

 

 Die Steinkäuze können mit Fernglas und Spektiv gut beobachtet werden – bitte, sofern vorhanden, mitbringen.

 

 Die üblichen Corona-Regeln (Abstand) sind einzuhalten!


Naturfrevler am Werk!

Die Ortsgruppe Kamen/Bergkamen  des NABU-Kreisverbandes Unna pflegt seit fast vier Jahrzehnten den Lebensraum von Orchideen in Bergkamen.

 

Die Nasswiese ist ein bedeutender Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Seit Jahren kümmert sich der NABU auch um die dort lebenden Waldeidechsen (Zootoca vivipara, Syn.: Lacerta vivipara). Wir erhalten vegetationsreiche Saumstrukturen und legen Totholzhaufen als Sonnenplätze an. Vor zwei Jahren haben wir deshalb Baumscheiben am Weg entlang der Orchideenwiese ausgelegt, da die Tiere sich gerne auf Altholz sonnen. Damit wirkt der NABU der Zerstörung von Lebensräumen dieser noch relativ häufigen Eidechsenart, die aber bereits auf der Vorwarnliste in NRW steht, entgegen.

 

Leider wurden jetzt diese wichtigen Kleinstrukturen zerstört. Naturfrevler haben die Baumscheiben in den Graben geworfen. Damit werden unsere Erhaltungsmaßnamen für die nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützten Art nachhaltig gestört. Wir werden die Baumscheiben nun an anderer Stelle wieder auslegen und hoffen, dass unsere Naturschutzarbeit nicht wieder sabotiert wird.

 

Der NABU plant, das Vorgehen zur Anzeige zu bringen.

 

Bernd Margenburg