Aktuelles

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Naturfrevler am Werk!

Die Ortsgruppe Kamen/Bergkamen  des NABU-Kreisverbandes Unna pflegt seit fast vier Jahrzehnten den Lebensraum von Orchideen in Bergkamen.

 

Die Nasswiese ist ein bedeutender Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Seit Jahren kümmert sich der NABU auch um die dort lebenden Waldeidechsen (Zootoca vivipara, Syn.: Lacerta vivipara). Wir erhalten vegetationsreiche Saumstrukturen und legen Totholzhaufen als Sonnenplätze an. Vor zwei Jahren haben wir deshalb Baumscheiben am Weg entlang der Orchideenwiese ausgelegt, da die Tiere sich gerne auf Altholz sonnen. Damit wirkt der NABU der Zerstörung von Lebensräumen dieser noch relativ häufigen Eidechsenart, die aber bereits auf der Vorwarnliste in NRW steht, entgegen.

 

Leider wurden jetzt diese wichtigen Kleinstrukturen zerstört. Naturfrevler haben die Baumscheiben in den Graben geworfen. Damit werden unsere Erhaltungsmaßnamen für die nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützten Art nachhaltig gestört. Wir werden die Baumscheiben nun an anderer Stelle wieder auslegen und hoffen, dass unsere Naturschutzarbeit nicht wieder sabotiert wird.

 

Der NABU plant, das Vorgehen zur Anzeige zu bringen.

 

Bernd Margenburg 


Pflegeeinsätze bei den Orchideen

Ein Jahr Wiesenpflege in Bergkamen-Heil  -Ein Rückblick auf das Jahr 2019-

 

Seit 1986 pflegt die NABU-Ortsgruppe Kamen/Bergkamen die Orchideenwiesen in Bergkamen-Heil. Diesmal endeten die Arbeiten auf und rund um die Nasswiesen erst am 29.02.2020. Begonnen haben wir fast genau ein Jahr vorher am 20.02. 2019 mit Gehölzschnitt am südlichen Rand der Orchideenwiese am Kraftwerk. Nach dem Abtransport des Schnittgutes konnten wir uns zunächst an einer reichen Orchideenblüte im Mai erfreuen. Dann ging es mit Mahd des ehemaligen Wildackers am 15.07.2019 weiter. Der Arbeitseinsatz diente eigentlich zum Test des reparierten Kreiselmähers.  Die Fläche wurde von unserer kleinen, aber ganzjährig aktiven Helfergruppe gemäht und einige Tage später abgetragen. Auch die Brombeeren mussten zurückgeschnitten werden. Ergebnis: Wir können zukünftig mit zwei Mähern arbeiten.

 

Die nächsten Mahdeinsätze fanden am 02.09. und 03.09.2019 statt. Damit waren die Vorbereitungen für die große Pflegeaktion am 07.09.2019 abgeschlossen. Nun hieß es abwarten, wie viele Helferinnen und Helfer zur „Wiesenmahd“ am Samstag nach Bergkamen kommen, zumal die Wetteraussichten nach dem langen und viel zu trockenen Sommer nicht unbedingt zu einem Arbeitseinsatz einluden. Doch die gemähte Wiese am Kraftwerk wurde mit Hilfe von 29 Helferinnen und Helfern in Rekordzeit vor dem einsetzenden Regen abgetragen.

Eine tolle Leistung! Vielen Dank!

 

Gleichzeitig war noch ein bemerkenswertes Jubiläum zu feiern. Seit 25 Jahren unterstützt uns die Südkamener Kindertageseinrichtung „Unter dem Regenbogen“  beim Abtragen des Mahdgutes von der Kraftwerksfläche. Zur Erinnerung an diese langjährige Zusammenarbeit wurde dem NABU-KV Unna ein von den Kindern gebasteltes Bild übergeben. 11 Kinder nutzten den Heuhaufen als neue Spielwiese und erlebten ein kleines Waldabenteuer beim Spaziergang zur alten Kastanie.

 

Am 16.09.2019 haben wir die Fläche hinter dem Pumpwerk (östl. der Nördl. Lippestraße) bis zur einsetzenden Dämmerung abgetragen. Jetzt fehlte nur noch die RVR-Fläche westlich der Nördlichen Lippestraße. Dank der tollen Leistung der  Schüler*innen  der  Bodelschwingh-Schule in Bergkamen-Heil wurde auch diese Fläche in Rekordzeit vom Mahdgut geräumt. Danach standen noch Restarbeiten am südlichen Rand der Wiese an. Drei Aktive nutzen  ein paar Tage später das trockene Wetter, um am Nachmittag auch das restliche Mahdgut dort abzutragen. Damit war die Wiesenmahd 2019 abgeschlossen. Leider nicht ganz, denn ab Oktober waren auf Grund der Regenfälle die Wiesenflächen bzw. die Wege nicht mehr befahrbar, so dass das Mahdgut bis heute noch nicht entsorgt werden konnte. Wir mussten deshalb mit erheblichem Arbeitsaufwand das auf dem ehemaligen Wildacker westlich des Kraftwerkes gelagerte Mahdgut zur westlichen Lagerstelle bringen. 

 

Im November fanden dann weitere Pflegearbeiten im Umfeld der westlichen Orchideenwiese statt. Der RVR hat mit dem Forstmulcher die Hecke an der Orchideenwiese aufgelichtet, damit die Orchideen am südlichen Wiesenrand wieder mehr Licht bekommen. Damit wurde zugleich der Randbereich mit einem großen Vorkommen des Gefleckten Knabenkrautes wieder freigestellt. Für uns hieß es aber, dass bis zum 29.02.2020 noch dieser Bereich abgeharkt und Holzstücke aufgeschichtet werden mussten. So gab es vor und nach Weihnachten noch zahlreiche Arbeitseinsätze, die mit Sägearbeiten am Schalttag endeten.

 

Allen Helferinnen und Helfern, die zu Erhalt dieser schützenswerten Lebensräume beigetragen haben, sagt das Mahdteam herzlichen Dank!

 

Wer uns auch im Jahr 2020 unterstützen möchte, bitte beim NABU-KV Unna melden. Wir brauchen dringend Aktive, damit wir unsere Arbeiten fortführen können. Bei einem Kreisverband mit über 1.200 Mitgliedern sollten doch endlich einmal jüngere Mitglieder*innen in unsere Fußstapfen treten, damit die Orchideen überleben können. Harken, Heugabeln und Balkenmäher warten auf Menschen, die sich für Natur- und Klimaschutz – dazu zählt der Erhalt der Nasswiesen! – einsetzen.

 

Wir freuen uns auf neue Mitarbeiter*innen beim nächsten Einsatz in Bergkamen-Heil. 

 

Für das Mahdteam

Bernd Margenburg

 

(Die aktuellen Pflegetermine werden per E-Mail an die angemeldeten Helfer*innen geschickt.)

 

Impressionen


Die Krötenschutzgruppe Unna-Nordlünern trauert

Mitten in den aufgeregten und fröhlichen Vorbereitungen zum Beginn einer hoffentlich wieder erfolgreichen Krötenwandersaison erreichte uns die Nachricht über den Tod von Christa Richter. Mit Christa verlieren wir ein Gründungsmitglied der Krötenschutzaktionen im Unnaer Stadtgebiet. 

 

Seit 1981 war Christa ununterbrochen insbesondere im Unnaer Osten an der Sammelstelle Nordlünerner Straße / Hinter dem Holz aktiv. Zusammen mit ihrem Ehemann Horst haben die beiden in unermüdlichen Einsätzen unfassbar und unzählbar viele Amphibien vor dem sicheren Straßentod retten können. Durch ihr langjähriges Wirken konnte die Population an diesem vielbefahrenen Standort in den letzten 40 Jahren bis heute erhalten werden.

 

Wir hoffen, dass wir dieses Erbe in Christas Sinne weiter fortführen dürfen und werden uns stets dankbar und liebevoll an sie erinnern.

 

Für die Krötenschutzgruppe Unna-Nordlünern

 

Annika und Rolf Böttger


Meise contra Eichenprozessionsspinner                Ein Feldversuch in Selm

Im Herbst 2019 keimte im Rat der Stadt Selm die Idee, versuchsweise an einigen Stellen im Stadtgebiet Nistkästen anzubringen, um mit Hilfe von Meisen etwas gegen die Eichenprozessionsspinner zu tun, die sich in den letzten Jahren immer stärker vermehrt haben.

 

Nach ersten Vorgesprächen wurden die Nistkästen bestellt und 28 davon wurden am 18.01.2020 an der alten Zechenbahn, im Lüffepark und im Zechenbusch aufgehängt. Uwe Norra war bei der Aktion als Selmer-NABU-Mitglied beratend und als Bildautor für verschiedene Veröffentlichungen dabei.

 

Hier kann jeder beobachten, ob die Meisen lernen, auch die Raupen des Eichenprozessionsspinner als Futter zu betrachten und wenn ja, wie schnell dies erfolgen wird.

 

Die kleine Bilderserie zeigt, wie wir trotz ungemütlich nass-kaltem Wetter viel Spaß bei der Sache hatten.