Aktuelles

Vogelkundliche Wanderung im NSG Lippe in Bork für Laien und Profis

Bei sehr schönem Wetter konnten gemeinsam mit 9 Teilnehmern tolle Beobachtungen gemacht werden. Bereits auf dem Parkplatz der Baumschule Merten hörte man Stare, Stieglitz, Buchfink, Zaunkönig, Grünfink, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Kohlmeise und Amsel, der hier immer anwesende Girlitz wurde aber vermisst.

Auf dem Weg in das NSG konnte am Brutplatz die Turmfalken mit Jungvögeln gesehen werden und Mönch- und Dorngrasmücken sangen zahlreich. Haussperlinge , Rauchschwalben und Mehlschwalben waren ebendso zu sehen wie der Buntspecht, wobei vom Grünspecht leider nur der Ruf mehrfach gehört wurde. Weiterhin waren Bachstelzen, Hausrotschwanz, Gartenbaumläufer, Dohle, Rabenkrähe und futtertragende Weißstörche schön zu beobachten.

Im NSG sangen sehr schön frei sitzend ein Feldschwirl, 3 Goldammern, Schwanzmeisen, Gartengrasmücken und auch 3 Nachtigallen. Graugänse mit Jungen, Kormorane, Reiherenten, Blessrallen, Kanadagänse, 2 Eisvögel, Zilp Zalpe rundeten das Bild ab. 2 Mäusebussarde wurden gesehen und die Hohltaube wurde genauso wir der Kuckuck gehört, dieser zeigte sich auch 2 mal.

Der Weg zurück brachte keine neuen Arten, jedoch erwartete uns am Parkplatz der Girlitz und das gleich mit 3 Exemplaren. Erfreulich hoch waren auch die Anzahl der Feldhasen.


Stürmische Krötensaison geht zu Ende

In diesen Tagen läuft die Krötenschutzaktion 2019 an der Nordlünerner Straße für dieses Jahr aus. Trotz 40 Jahren Krötenschutz an dieser Stelle und entsprechend großem Erfahrungsschatz haben uns unsere Amphibien auch in diesem Jahr mit neuen Superlativen und völlig ungewöhnlichem Wanderverhalten erneut überraschen können.

 

Pünktlich Ende Februar zeigten uns die ersten, kühnen Krötenmännchen an, dass es nun an der Zeit war, den Krötenschutzzaun entlang der Nordlünerner Straße und der Straße Hinter dem Holz im Unnaer Osten aufzubauen. Doch kurz nach dem Start der Krötenwanderung erreichten am Rosenmontag, den 04. März, Orkanstürme die Mitte Europas. Damit verbunden war ein plötzlicher und deutlicher Temperaturabfall auf nahezu 0 Grad Celsius, so dass die Wanderung erst einmal aussetzte.

 

Die Stürme ließen nicht nach und steigerten sich sogar bis zum nachfolgenden Sonntag zu einem nächsten Orkantief, so dass zum ersten Mal in der Geschichte der Krötenschutzaktion an der Nordlünerner Straße die Hilfsaktion aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste.

 

Trotz herabgestürzter Äste oder gar ganz umgeknickter Bäume blieb unser Krötenzaun jedoch von Sturmschäden zum Glück verschont und was noch wichtiger ist: es kamen weder Helfer noch Amphibien zu Schaden! Allerdings stellten uns unsere Kröten auf die Geduldsprobe: gut eingemummelt im tiefen Unterholz warteten sie einfach die zwei Sturmwochen geduldig ab und sahen vermutlich ganz entspannt zu, wie allabendlich ihre zweibeinigen Helfer den Zaun und die Eimer völlig erfolglos kontrollieren kamen.

 

Aber auch nach diesen beiden Sturmwochen stiegen die Temperaturen nur mäßig wieder an, so dass auch die Krötenwanderung in der dritten Woche nach Aufstellen des Zaunes sehr unstetig und mit geringen „Fangquoten“ verlief, bis dann am Freitag, den 22. März, der Frühling sich seine Bahn brach und wir den Krötenabend der Superlative erleben durften.

 

Denn dieser erste milde Vorfrühlingsabend des Monats März lockte (zum Glück, wie sich hinterher herausstellen sollte!) nicht nur viele Helfer sondern insbesondere unsere Kröten (massenhaft!) an den Zaun. Während sich die Helfer noch begrüßten und in Gruppen aufteilen wollten, ging es mit Einbruch der Dämmerung auf einmal schlag-artig los. Das Unterholz schien zu explodieren und Kröten aus allen Himmelsrichtungen strömten auf ihren Bestimmungsort, den Fischteich direkt an der Nordlünerner Straße, zu.

 

Schnell war klar, dass die noch kurz zuvor besprochene Arbeitsaufteilung hier heute nichts nützen würde, jetzt galt es: bücken, bücken, bücken! Kontrollgänge waren nur etappenweise möglich, da jeder Helfer binnen kürzester Zeit seinen Eimer bereits voller Kröten hatte, die dann, um zusätzlichen Stress für die Amphibien natürlich zu vermeiden, schnellstmöglich über die Straße zu ihrem Teich gebracht wurden.

 

Erst nach 22:00 Uhr ebbte der Zustrom an diesem Abend ab und die Helfer konnten zum ersten Mal ihre Rücken durchstrecken. Aber die Rückenschmerzen waren schnell vergessen, als Rolf Böttger die Zwischenstände zusammenrechnete und den gespannt wartenden Helfern die unglaubliche Zahl verkündete, dass an diesem Abend über 700 Kröten vor dem sicheren Straßentod gerettet werden konnten! So ein Tagesergebnis konnte zuletzt in den 1990er Jahren hier in Nordlünern erreicht werden.

 

Insgesamt wurden bei der Schutzzaunaktion an der Nordlünerner Straße in diesem Jahr über 1.700 Erdkröten gerettet. Ganz nebenbei gehen bei der Aktion den Helfern auch weitere Amphibienarten, wie Teichmolche, Bergmolche, Gras- und Grünfrösche ins Netz, die selbstverständlich ebenfalls sicher über die Straße gebracht werden. Ganz besonderes Anfängerglück hatte ein diesjähriger Ersthelfer, der sogleich beim allerersten von ihm kontrollierten Zaunabschnitt einen Laubfrosch entdeckte. Laubfrösche sind zwar an diesem Standort nicht selten, aber sie sind hervorragende und flinke Kletterer, die sich eigentlich nicht lange vom Zaun aufgehalten fühlen.

 

Da in den kommenden Abenden noch verstärkt mit Amphibien zu rechnen ist, die nun nach dem Ablaichen im Teich wieder zurück in ihre Sommerquartiere wandern möchten, finden derzeit am Standort auch weiterhin noch Nachkontrollen statt.

 

Der NABU bedankt sich hiermit ausdrücklich und ganz herzlich bei allen unermüdlichen Helfern, ob nun „alte Hasen“ oder „Ersthelfern“ und hofft auf ein Wiedersehen im Frühjahr 2020!

Impressionen

Etwas Statistik


 

Mit dem NABU-Kreisverband nach Holland

Sterntaucher
Sterntaucher

Erfreulicherweise auch mit ein paar neuen Gesichtern in den Reihen der knapp 30 Teilnehmer startete der Reisebus am frühen Morgen des 16.02.2019 in Bergkamen zur zweitägigen Holland-Rundfahrt des NABU-Kreisverbandes. Geprägt war die Tour dieses Mal von bestem Wetter. So viel Sonnenschein hatten wir noch nie dabei. Allerdings fehlen den Nieder-landen diesmal die großen Gänsemassen vorheriger Reisen. Denn mit den milder werdenden Wintern verbringen viele von ihnen diese Jahreszeit in Dänemark, um sich ein gutes Stück Zugweg zu sparen. Der Stimmung tut das keinen Abbruch, denn wir erleben auch so viel Schönes.

 

Wie üblich gehört der erste Tag den Poldergebieten. In der Provinz Flevoland befindet sich das 56 km² große Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen. Hier beob-achteten wir an zwei Stellen, zunächst am neuen Besucherzentrum nahe Almere und danach am Knardijk am alten Besucherzentrum. Gelegenheit zum Einkaufen und Mittagessen gibt es in Lelystad. Nachmittags durchfahren wir die Provinz Friesland, mit einem Aufenthalt am Mirnser Kliff. Zum Sonnenuntergang erreichen wir die Jungend-herberge in Grou, wo das Abendprogramm mit einem gemeinsamen Essen im chinesisch-indischen Restaurant "Kota-Radja" beginnt, wonach wir am offenen Kamin in der Unterkunft noch unser Zusammensein genießen. Es ist die gute Gelegenheit, mit anderen NABU-Mitgliedern zu plaudern, die man wegen der Größe des Kreisgebietes Unna sonst nur eher selten sieht.

 

Auch der zweite Tag hatte Sonne ohne Ende. Der Tag gehört der Küste. Nach dem Frühstück fahren wir direkt zum Fähranleger bei Holwerd, für einen längeren Beobachtungsstop. Wegen Bauarbeiten war es nicht möglich gewesen, auch dem Abschlußdeich einen Besuch abzustatten. Es geht weiter zum Lauwersmeer, zu den Vogel-beobachtungshütten Ezumakeeg Süd und Nord. Beim letzten längeren Halt erfreut uns ein Sterntaucher im Hafenbecken von Lauwersoog. Da er uns recht nahe heran läßt, ist es eine der schönsten Entdeckungen dieser Tour. Im wie gewohnt guten Fischrestaurant nehmen wir hier noch das Mittagessen ein, bevor auch schon wieder die Heimfahrt beginnen muß. Der Kreis schließt sich abends gegen 19 Uhr auf Gut Velmede, wonach noch ein paar Teilnehmer zum Standort des Busses bis Unna mitfahren. Neben anderen Pflanzen- und Tierarten konnten wir insgesamt 70 Vogelarten zählen. 

 

Text und Fotos: Uwe Norra


 

Fledermaus: Kontrolle eines Winterquartiers

Alle Bilder: H. Knüwer
Alle Bilder: H. Knüwer

Am 24.02.2019 war es wieder soweit. Wie jedes Jahr, hat Reinhard Wohlgemuth mit einem Team von Fledermausfreunden aus Unna, Dortmund und Recklinghausen das Winterquartier des Abendseglers in einem Wald an der Ruhr kontrolliert.

 

Bei strahlendem Sonnenschein hat das Team nach einem kleinen Spaziergang  durch den Wald das Winterquartier, ein an einem Baum befestigter Spezialkasten, erreicht. Im Kreis Unna gibt es wenig geeignete natürliche Quartiere (z. B. Höhlen, Bunker, sehr alte Bäume) für die Winterruhe der Fledermäuse. Die unterschiedlichen Fledermausarten haben jede für sich spezielle Anforderungen an ein Winterquartier, grundsätzlich sollte es frostfrei mit geringen Temperaturschwankungen sein sowie eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen.

 

Am Winterkasten angekommen, wird zuerst die umfangreiche Ausrüstung für die Kontrolle aufgebaut und die Aufgaben verteilt. Die Kontrolle soll zügig erfolgen, da die Fledermäuse anfangs noch verschlafen und dann einfacher zu untersuchen sind. Mit fortschreitender Zeit erwachen die Fledermäuse und werden aktiver und ihr Protest wird spürbar (deswegen die Handschuhe als Schutz vor den Zähnen).

 

Jetzt wird es interessant. Reinhard Wohlgemuth und Alfons Pennekamp öffnen vorsichtig den Winterkasten. Glück gehabt und den richtigen Zeitpunkt erwischt. 

 

Im Winterkasten sind viele Fledermäuse (Abendsegler) und werden nun für die Kontrolle in Gitterboxen umquartiert. Bei jeder Fledermaus wird kontrolliert ob Verletzungen vorliegen, welches Gewicht sie hat, die Länge des Unterarms wird gemessen und ganz wichtig, die Nummer der Klammer wird abgelesen. Die Nummer gibt Auskunft wer diese Fledermaus wann und wo beringt hat. Mit diesen Angaben ist es möglich, die Wanderrouten des Abendseglers nachzuvollziehen. Der Abendsegler kann bis zu 1500 km zwischen seinem Sommerquartier und seinem Winterquartier zurücklegen, bei einem Gewicht von ca. 25 g.

 

Nach ein paar Stunden sind alle Fledermäuse kontrolliert und wieder zurück in den Winterkasten gebracht. Dabei waren 4 Männchen und 26 Weibchen, sogenannte Wiederfunde. Diese hatten bereits eine Beringung von Reinhard Wohlgemuth in früheren Jahren erhalten, 21 Männchen und 23 Weibchen wurden neu beringt.

Insgesamt wurden 74 Fledermäuse erfasst.

 

Impressionen


 

Glückskäfer ohne Glück ?

Heimische Marienkäfer werden immer seltener.

Die Bestände der heimischen Marienkäfer (meist 7 schwarze Punkte auf rötlichen Flügeldecken) gehen dramatisch zurück. Als Hauptgrund wird die sehr starke Konkurrenz durch den asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis) genannt. Im Gegensatz zu den heimischen, meist einjährigen Arten, die in ein oder zwei Generationen etwa 400 Eier/Jahr legen, lebt „der Asiate“ bis zu 3 Jahre und legt in diesem Zeitraum bis zu 2.500 Eier.

 

Zu den heimischen Marienkäfern (ca. 80 Arten) zählt der einst häufige Siebenpunkter.

Siebenpunkter
Siebenpunkter
Zweiundzwanzig-Punkter
Zweiundzwanzig-Punkter

Asiatischer Marienkäfer (Beispiel; wenn Punkte, dann meist 19)


Um einen Überblick über den aktuellen Bestand im Kreis Unna zu erhalten, bitten H. Otten und H.- J. Pflaume nicht nur Beobachtungen, Fotos und Fundmeldungen weiterzugeben, sondern auch Totfunde für die exakte Artbestimmung einzusammeln.

 

Diese Funde bitte mit Fundort inkl. Postleitzahl und Datum beschriften und bei H. Otten abgeben (Einzelheiten bitte abstimmen).

 

Heino Otten

Wilhelm-Busch-Ring 25

59174 Kamen

eMail: heino.otten@gmx.de

Tel.: 02307/9109327

 

Text: Heino Otten, Bilder: E. und W. Postler

 

Weitere interessante Einzelheiten und Bilder zu den Marienkäfern gibt es hier.


 

Die NAJU-Gruppe im Schnee

Auch im Winter gibt es viel in der Natur zu entdecken. Unsere NAJU-Gruppe genießt den Schnee in der Ökozelle in Unna-Mühlhausen. Dick verpackt und mit hoffentlich hohen Stiefeln ist auch ein Bach kein Hindernis.