Aktuelles

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Exkursion entlang des Beverbaches im Romberger Wald

Beverbach und Wegeränder im Romberger Wald in Bergkamen-Rünthe waren über viele Jahre Exkursionsziele des NABU-Kreisverbandes Unna. Insbesondere die gewässerkundlichen Führungen mit den Kindern der ev. Kinder-tageseinrichtung „Unter dem  Regenbogen“ gaben spannende Einblicke in das artenreiche Gewässer.

 

Allen Teilnehmern*innen konnten aber auch die zahlreichen Frühlingsgeophyten am Wegrand vorgestellt werden. Coronabedingt fallen leider alle NABU-Exkursionen aus. Also gibt es aktuell auch keine Treffen der NABU-Botanik AG.

 

So bleibt nur ein eigener Spaziergang entlang des Beverbaches, um die Pflanzen zu kartieren. Am 01.04.2021 blühten u. a.:

 

Adoxa moschatellina / Moschuskraut

Anemone nemorosa / Buschwindröschen

Arum maculatum / Gefleckter Aronstab

Gagea lutea / Wald-Gelbstern

Oxalis acetosella / Waldsauerklee

Pulmonaria officinalis / Geflecktes Lungenkraut

Ficaria verna, Syn.: Ranunculus ficaria L / Scharbockskraut

Veronica sublobata / Hain-Ehrenpreis

Viola x bavarica / Bastard-Wald-Veilchen

 

Fünf Jahre nach der letzten Bestandsaufnahme waren die Arten zwar noch vorhanden, aber es gab eine unangenehme Überraschung. Durch Ausbau des Weges entlang des Beverbaches war in dem zukünftigen Naturschutzgebiet ein Teil des Lebensraumes dieser Pflanzen zerstört worden. Es waren also deutlich weniger der schützenswerten Pflanzen vorhanden.

 

Zudem muss festgestellt werden, dass auch hier magere Lebensräume entlang der Wegränder durch die Verkotung der zahlreichen Hunde verschwinden. Hier sind dringend Maßnahmen zu ergreifen. Es kann nicht sein, dass laufend auf die Gefährdung von Bodenbrütern und Jungtieren durch frei laufende Hunde hingewiesen wird, wenn an den Wegesränder, die oftmals letzte Rückzugsgebiete seltener Pflanzen sind, alles „totgeschissen“ wird. Leider kann ich es nicht anders nennen, was an den Rad- und Wanderwegen selbst in den Naturschutzgebieten geschieht.

 

Hier ist dringend Abhilfe zu schaffen. Kartieren von Wegrändern macht keinen Spaß mehr! Wo gibt es noch ungestörte Rückzugsgebiete für unsere Natur? Es fehlen Naturerlebnisflächen für alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Unna!

 

Bernd Margenburg

 

 

Hinweis:

Die NABU-Botanik-AG wird sich, sobald es wieder möglich ist, zur Kartierung der Flechten, Moose und höheren Pflanzen treffen. Termine werden auf unserer Homepage bekannt gegeben.

 

Bilder der Pflanzen


Krötenschutzaktion 2021 Nordlünerner Straße

 ·       Januar: Ein ungewöhnliches Jahr beginnt

 

Bereits im letzten Jahr beeinflusste der Ausbruch der Corona-Pandemie unsere Krötenschutz-aktion an der Nordlünerner Straße, die mit dem ersten Lockdown Mitte März 2020 ein abruptes Ende nehmen musste. Unsere Kröten schienen dies aber damals schon im Vorfeld geahnt zu haben, beeilten sich auf ihrem Weg aus den Winterquartieren und hielten sich – einmal im Laichgewässer sicher angekommen - danach ebenfalls strikt an den Lockdown-Appell der Landesregierung.

 

Aber wer hätte damals geahnt, dass die Pandemie noch so lange danach andauern, ja sich sogar noch so dramatisch verschlimmern würde! Damit stand die diesjährige Krötenschutz-aktion 2021 unter neuen, bislang unbekannten Vorzeichen.

 

·       Februar: „Es kribbelt“

 

Während in den sozialen Netzwerken die Vorfreude der Krötenschützer auf die kommende Saison bereits ab Februar fleißig geteilt wurde, Kröteneimer geputzt, Taschenlampen aufge-laden und die Gummistiefel vorgewärmt wurden, musste ein banges Auge auf den Verlauf der Pandemie und die sich fast täglich ändernden Bedingungen der Corona-Schutzverordnungen gerichtet werden. Letztendlich konnte aber mit dem Ordnungsamt der Kreisstadt Unna ganz unkompliziert vereinbart werden, unter welchen Bedingungen die Aktion durchgeführt werden durfte. An dieser Stelle einen herzlichen Dank für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung!

 

·       Anfang März: Der Zaun kommt

 

Mit Einsetzen der ersten, milderen Frühlingswitterung konnte dann endlich Anfang März der Krötenschutzzaun an der Nordlünerner Straße und entlang der Straße „Hinter dem Holz“ mustergültig durch die bewährte Naturschutztruppe der Werkstatt im Kreis Unna aufgebaut werden. Besonders freuten sich die Krötenschützerinnen und Krötenschützer, dass das Zaunaufbaukommando der Werkstatt auch in diesem Jahr wieder auf den „Trick mit der Sandanschüttung“ zurückgegriffen hatte, eine ungemeine Erleichterung für alle, die in Dunkelheit und bei beginnender, üppiger Vegetation kleine Amphibien auf Schuhsohlenhöhe entdecken wollen! Auch der etappenweise erfolgte Abbau der Zäune am 31.03. bzw. 06.04. (beeinflusst durch die Rückwanderungsbewegungen der Kröten aus dem Laichgewässer heraus) führte wieder die Naturschutztruppe der Werkstatt im Kreis Unna durch, weshalb in diesem Jahr auch einmal ein ausdrückliches, offizielles Dankeschön an diese hier erwähnt sein soll!

 

·       Mitte März: Wiedersehensfreude trotz Maske

 

Und dann sah man sich nach einem Jahr Pandemie, Lockdown, Homeoffice, Homeschooling und Herunterfahren aller seiner gewohnten Sozialkontakte endlich am Krötenzaun wieder. Dabei war auch hier der gebotene Abstand einzuhalten, ein Mund-Nasenschutz zu tragen und eine Anwesenheitsliste zu führen. Wir, die Autoren dieses Artikels, sind unendlich dankbar, dass ausnahmslos alle Teilnehmenden, ob jung oder alt, groß oder klein, diese Regelungen so selbstverständlich mitgetragen und somit beigetragen haben, dass die Krötenschutzaktion auch unter diesen erschwerten Bedingungen in 2021 problemlos stattfinden konnte.

 

Allen Mitstreitenden sei an dieser Stelle herzlich für das gute Gelingen gedankt!

 

·       Ende März: Start-Stopp-Ende

 

Nach temperaturbedingt schleppendem Wanderbeginn und enttäuschenden Kontrollgängen morgens und abends entlang des Krötenschutzzaunes während der ersten Märzwochen ging die Krötenwanderung dann endlich – und verglichen mit den Vorjahren – reichlich spät ab dem 23.03. richtig los. Und nicht nur der späte Beginn, auch das zeitliche Aufkommen von Krötenmännchen und Krötenweibchen war in diesem Jahr recht ungewöhnlich: wandern ansonsten zunächst in den ersten Tagen fast ausschließlich erst die Krötenmännchen zum Laichgewässer, waren in diesem Jahr vom ersten Tag an auch viele Krötenweibchen mit dabei.

 

Aber nach zwei richtig milden Abenden am 24. und 25. März mit jeweils weit über 200 geretteten Amphibien, ebbte der Zustrom danach sehr schnell wieder ab. Auch das schöne, fast schon sommerliche Wetter in der Woche vor Ostern, konnte keine weiteren Kröten in nennenswerter Zahl mehr anlocken.

 

Gleichzeitig verließen aber auch schon die ersten Weibchen bereits nach erfolgter Eiablage das Gewässer wieder, ein besonders kritischer Moment in jeder Krötenschutzsaison, da die Weibchen mit Verlassen des Teiches nun „auf der falschen Seite des Zauns“ und damit direkt im fließenden Straßenverkehr sitzen. Recht schnell mussten daher erste Streckenabschnitte des Krötenschutzzaunes wieder abgebaut werden, damit die Weibchen zügig in ihre Sommerquartiere durchziehen konnten.

 

Die Rückwanderung wurde noch bis zum abrupten Wetterwechsel und dem Einbruch einer nächsten Kältewelle noch über das Osterwochenende begleitet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an diejenigen Helferinnen und Helfer, die auch noch nach dem offiziellen Ende der Krötenschutzaktion Eiseskälte und Schnee trotzten und an den Feiertagen täglich kontrollieren gingen.

 

·       Das amtliche Endergebnis der Krötenschutzsaison 2021 brachte erstaunliche Zahlen:

 

  828 Kröten konnten insgesamt gerettet werden!

 

 Dabei wurden 479 Krötenmännchen und 349 Krötenweibchen erfasst.

 

Weitere Amphibienarten an dieser Stelle, wie Berg- und Teichmolche, wurden nur sehr selten noch entdeckt, vermutlich sind diese bereits vor der Aufstellung des Zaunes durchgezogen. Besonders freuten sich aber die Kinder, als eine langjährige und erfahrene Krötenschützerin einen Grünfrosch mit zur Sammelstelle brachte. Mit seiner grünen Färbung und den markanten schwarzen Punkten auf dem Rücken stach dieser ganz besonders aus der Schar der Erdkröten heraus.

 

·       Weniger Kröten, als im Vorjahr: Warum?

 

 Im letzten Jahr konnten mit 784 Männchen und 355 Weibchen, insgesamt also 1.139 Kröten, an der gleichen Stelle gerettet werden. Dies bedeutet somit in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang von über 300 Kröten oder 27%.

 

Diese Zahlen gilt es zu interpretieren. Zunächst einmal die gute Nachricht: die Anzahl der diesjährig geretteten Weibchen ist erfreulich hoch und befindet sich sogar auf dem Niveau der letzten vier Jahre. Die deutlich geringere Anzahl der Männchen allerdings könnte damit zusammenhängen, dass diese in einer milderen Phase bereits früher, vor Aufstellen des Zauns, gewandert sind. Verluste durch den Straßenverkehr wurden allerdings durch die Anwohner zum Glück jedoch nicht beobachtet.

 

Eine weitere mögliche Erklärung für die geringere Anzahl an Kröten könnte sein, dass jetzt die geschlechtsreifen Kröten aus den Geburtsjahrgängen 2015/2016 zum ersten Mal zu ihrem Laichgewässer wieder zurückgewandert sind. Die Jahrgänge 2015/2016 waren die mit Abstand schwächsten Jahre in der Krötenpopulation an der Nordlünerner Straße. Damals konnten lediglich nur 263 bzw. 305 Kröten am Zaun gezählt werden. Die damalige Vermutung war, dass die Baumaßnahmen am parallellaufenden Radweg einen Einfluss auf das Über-leben in den Winterquartieren hatten. Dieser dramatische Einbruch der Population bedingt nun, dass damit auch weniger „Krötenkinder“ von damals heute wieder zum Laichgewässer zurückkehren können.

 

 ·       Fazit 2021

 

Zusammenfassend für 2021 lässt sich aber insgesamt festhalten: die Krötenpopulation an der Schutzzaunstelle in Unna-Nordlünern ist stabil. Die Helfer waren mit Spaß und Feuereifer dabei und freuen sich schon auf die Aktion im nächsten Jahr.

 

Wir uns auch!

 

Bis dahin, geschätzte Leserinnen und Leser, bleibt bitte gesund.

 

Annika und Rolf Böttger

Ein wenig Statistik

Impressionen


Sicherer Weg für die „Freibadkröten“

21. Februar 2021, strahlendes Vorfrühlingswetter. Endlich war es so weit:

 

Ein Amphibienzaun an der Steinbruchstraße in Holzwickede schützt ab jetzt die aus dem Bereich „Natorper Mühle“ und „Holzwickeder Bachtal“ anwandernden Erdkröten vor dem sicheren Straßentod.

 

Das gilt gewissermaßen auch für die freiwilligen Helfer, denn schon seit 1996 sammelt die am Freibad „Schöne Flöte“ wohnende Famile Prünte die Tiere alljährlich von der Kreisstraße auf und setzte sich auf diese Weise der Gefahr des Autoverkehrs aus.

 

Nun ist Schluss mit diesem Zustand. Der 120 m lange Zaun, initiiert von der NABU-Ortsgruppe Unna und von der Naturförderungsgesellschaft des Kreises Unna zur Verfügung gestellt, ermöglicht nun ein sicheres Einsammeln der Amphibien. Diese haben das nur 20 m von der Straße entfernt liegende Steinbruchgewässer am bekannten Holzwickeder Freibad als Ziel, um dort abzulaichen.

 

Aber nicht nur Erdkröten werden am Zaun erwartet, sondern die schützende Barriere soll auch Grasfröschen, Molchen vielleicht auch Feuersalamandern einen sicheren Straßenwechsel per Eimertaxi ermöglichen.

 

2 x am Tag, jeweils morgens und abends, kontrollieren Prüntes und inzwischen auch andere freiwillige Helfer die 11 am Zaun versenkten Eimerfallen und schaffen die Tiere direkt zum nahegelegenen Laichgewässer.

 

Über das Ergebnis der Aktion wird in Kürze berichtet.

 

Andreas Förster

Ein paar Fotos


Letzte Arbeiten auf der Orchideenwiese in Heil

Nachdem die Wiesenmahd dank der Hilfe der Schüler*innen der Friedrich von Bodelschwingh-Schule im September 2020 abgeschlossen wurde, luden drei Kopfweiden am Rand der Orchideenwiese noch zu einem Arbeitseinsatz ein.

 

Bei frühlingshaften Temperaturen wurden am 19.02.2021 und 25.02.2021 die Weiden geschneitelt. Zwei davon in Handarbeit und eine mit dem Hochentaster. Nun müssen nur noch das Mahdgut und die Äste von der zurzeit nicht befahrbaren Wiese abgeholt werden.

 

Allen Beteiligten noch einmal herzlichen Dank für den Einsatz.

 

Bernd Margenburg


Naturschutzpreis 2020 für Friedrich von Bodelschwingh-Schule

Der NABU-Kreisverband Unna gratuliert der Friedrich von Bodelschwingh-Schule (Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung) zum Naturschutzpreis 2020, der von der Bezirksregierung Arnsberg verliehen wurde.

 

Beworben hatte sich die Klasse BO2 der Friedrich von Bodelschwingh-Schule, mit dem Wettbewerbsbeitrag, dass die Schüler*innen dem NABU bei der Pflege der artenreichen Feuchtwiese helfen.

 

Somit lernen die Schüler*innen einheimische Orchideen wie das Breitblättrige- und das Gefleckte Knabenkraut kennen. Die Feuchtwiese liegt im unmittelbarer Nähe der Schule. Die Kontraste könnten nicht größer sein, auf der einen Seite das industriell geprägte Ruhrgebiet, mit dem Steinkohlekraftwerk Bergkamen, auf der anderen Seite, Orchideenwiesen, die aufgrund des Orchideenbestandes von über 10.000 Exemplaren eine überregionale Bedeutung haben.

 

Der NABU möchte sich auch dafür bedanken, dass er schon lange bei der Wiesenmahd von der Friedrich von Bodelschwingh-Schule unterstützt wird und möchte ausdrücklich betonen, dass die gemeinsame Arbeit mit den Schülern*innen ihnen immer sehr viel Spaß macht.

 

Der NABU bedankt sich auch bei der Bezirksregierung Arnsberg, dass sie diesen Beitrag für preiswürdig hielt, da sowohl die praktische Naturschutzarbeit als auch der pädagogische Wert der Zusammenarbeit gewürdigt wurde.

 

Bernd Margenburg

 

Impressionen

Bilder mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-von-Bodelschwinghschule


Pflege der Orchideenwiesen in Bergkamen

Auch im Jahr 2020 haben wir die Orchideenwiesen in Bergkamen-Heil gepflegt. Nachdem der RVR im November 2019 mit einem Forstmulcher die Buschreihe zwischen Kanaldamm und dem Graben an der südlichen Seite der Nasswiese entfernt hatte, dauerte das Abharken der Holzschnitzel bis zum 08.02.2020. Ziel der Maßnahme ist, den Randbereich des Grabens wieder als Lebensraum für Orchideen zu entwickeln.

 

Der milde Winter führte wiederum zu keinem Wachstumsstopp auf den Nasswiesen. Um den Wiesenpflanzen bessere Wachstumsbedingungen zu geben, wurde in Absprache mit der Biologischen Station probeweise ein Streifen der Orchideenwiese am Kraftwerk am 02.04.2020 gemäht. Der eingesetzte Kreiselmäher wurde dabei so hoch eingestellt, dass wir die ersten Orchideenblätter nicht abgemäht haben. Wir wollen schauen ob und wie eine dünne Mulchschicht sich im zeitigen Frühjahr zersetzt und ob durch den höheren Lichtgenuss nach dem Abmähen des Grases die Wiesenpflanzen bessere Wuchsbedingungen bekommen. Leider dauerte der Zersetzungsprozess durch die bereits einsetzende Trockenheit länger als gedacht. Aber der Blühaspekt der Wiesenpflanzen, wie z. B. des Wiesen-Schaumkrautes (Cardamine pratensis) und des Breitblättrigen Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis) zeigte, dass solch eine frühe Mahd die Entwicklung der Wiesenpflanzen durchaus fördert.

 

Ende April zeigten die Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) ihre ganze Pracht auf unseren Pflegeflächen. Daneben blühten auch die ersten Orchideen, deren Blattaustriebe bereits Ende März zu sehen waren. Das Breitblättriges Knabenkraut, die Orchidee des Jahres 2020, war dann Mitte Mai in Vollblüte. In diesem Jahr musste leider auf Grund der Corona-Lage die Exkursion zu der Bergkamen-Heiler-Orchideenwiese erstmalig seit Beginn der Führungen abgesagt werden.

 

Bemerkenswert war die Entwicklung der Orchideen auf den wechselfeuchten Flächen. Am Pumpwerk blühten Mini-Pflanzen! Ob diese Orchideenart bei weiteren zu trockenen Frühjahren dort überleben kann ist fraglich. 4 Wochen nach Dactylorhiza majalis blühte dann das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata aggr. s.latiss.). Auch hier zeigten sich erste Trockenschäden. Dagegen blühten im Juli das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) und auch die Wiesen-Margeriten (Leucanthemum vulgare agg.) prächtig.

 

Am 18.08.2020 wurde die Orchideenwiese am Kraftwerk und die Fläche südlich des Pumpwerkes gemäht. Nun hieß es wie in den vergangenen Jahren abwarten, wie viele Helferinnen und Helfer zum „Abtragen des Mahdgutes“ am 22.08.2020 nach Bergkamen kommen. 21 Helferinnen und Helfer konnten unter Einhaltung der Abstandsbedingungen (Corona!) in drei Stunden das Mahdgut von der gesamten Wiese entfernen. Eine eindrucksvolle Leistung der kleinen Gruppe. Dabei waren -wie seit 26 Jahren- wieder Eltern von der Südkamener KITA “Unter dem Regenbogen“. Allen Teilnehmer*innen ein herzliches Dankeschön für ihren Einsatz zum Erhalt dieses Lebensraumes.

 

Am 25.08.2020 wurde dann von vier Helferinnen und Helfern die Fläche südl. des Pumpwerkes abgetragen. Damit fehlte nur noch der Pflegeeinsatz auf der RVR-Fläche. Am 8.09.2020 kam unser zweiter Balkenmäher zum Einsatz, nachdem der Kreiselmäher und der doppelbereifte Balkenmäher zur Reparatur gebracht werden mussten. Die Wiese und der Randbereich am Kanaldamm wurden gemäht, so dass am 17.09.2020 Schülerinnen und Schüler der Bodelschwingh-Schule mit Harken und Planen das gesamte, gut abgetrocknete Mahdgut in kürzester Zeit zu einem großen Heuhaufen auftürmen konnten. Eine tolle Leistung!

 

Allen Helferinnen und Helfern, die zum Erhalt dieser schützenswerten Lebensräume beigetragen haben, sagt das Mahdteam herzlichen Dank!

 

Mit der Mahd der Orchideenwiese am Kraftwerk im Jahr 2020 geht auch eine Epoche des Naturschutzes in Bergkamen zu Ende. Rund 35 Jahre ist es her, als Wilfrid Loos mir den Balkenmäher in die Hand gedrückt hat und ich die Wiesenmahd in Bergkamen Heil übernommen habe. Damals gab es noch eine Gruppe Gleichgesinnter, die Spaß hatte, sich einmal im Jahr zu treffen und die Feuchtwiesen in Heil zu mähen. Die Arbeit wurde nach und nach mehr und die Gruppe der aktiven NABU-Mitglieder wurde im Laufe der Jahre immer kleiner. Keiner, der ging, hatte einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. 26 Jahre lang haben uns Eltern der Südkamener KITA „Unter dem Regenbogen“ beim Abtragen des Mahdgutes geholfen. Immer wieder kamen auch externe Helfer*innen hinzu. Das Abtragen der großen Fläche am Kraftwerk war damit schon seit Jahren nicht mehr planbar. Bisher hat es immer noch geklappt. In diesem Jahr waren 21 Helfer*innen da, davon gerade mal 5 vom NABU! Bei rd. 1.200 Mitgliedern ist das ein Trauerspiel. Offenbar hat niemand mehr Interesse an aktiver Naturschutzarbeit. Die „Aktiven“ waren der Grund, dass ich dem NABU beigetreten bin. Ohne deren Unterstützung und jahrzehntelange Mithilfe wäre die erfolgreiche Naturschutzarbeit in Bergkamen nicht möglich gewesen. Unser Mahdteam ist aber nun auf drei geschrumpft. Das reicht mit entsprechender Unterstützung für unsere kleinen Pflegeflächen, nicht aber für die große Orchideenwiese am Kraftwerk aus. Wenn wir gemäht haben und es kommen keine externen Helfer*innen, dann stehen wir vor eine großen Berg von Mahdgut, den wir nicht alleine abtragen können! Kurz, die Arbeit ist von uns nicht mehr leistbar. Hinter mir steht niemand, dem ich den Balkenmäher in die Hand drücken kann. Mit großem Bedauern gebe ich also die Wiesenmahd auf der großen Wiese auf und freue mich, die Orchideenwiese zukünftig in guter fachlicher Betreuung der Biologischen Station zu wissen.

 

Bernd Margenburg

 

Impressionen vom Pflegeeinsatz

Steinkäuze in Weddinghofen gefährdet

 

Das letzte Vorkommen des Steinkauzes in Bergkamen-Weddinghofen ist durch die geplante Bebauung einer 12.000 Quadratmeter großen Fläche in Gefahr. Der NABU möchte alle Interessierten einladen, die Steinkäuze kennenzulernen.

 

Datum:  Freitag 24. Juli 2020

 

Uhrzeit: 20 Uhr

 

Ort:         Parkplatz Wellenbad, Häupenweg 25

                 (Bergkamen-Weddinghofen)

 

 Die Steinkäuze können mit Fernglas und Spektiv gut beobachtet werden – bitte, sofern vorhanden, mitbringen.

 

 Die üblichen Corona-Regeln (Abstand) sind einzuhalten!


Naturfrevler am Werk!

Die Ortsgruppe Kamen/Bergkamen  des NABU-Kreisverbandes Unna pflegt seit fast vier Jahrzehnten den Lebensraum von Orchideen in Bergkamen.

 

Die Nasswiese ist ein bedeutender Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Seit Jahren kümmert sich der NABU auch um die dort lebenden Waldeidechsen (Zootoca vivipara, Syn.: Lacerta vivipara). Wir erhalten vegetationsreiche Saumstrukturen und legen Totholzhaufen als Sonnenplätze an. Vor zwei Jahren haben wir deshalb Baumscheiben am Weg entlang der Orchideenwiese ausgelegt, da die Tiere sich gerne auf Altholz sonnen. Damit wirkt der NABU der Zerstörung von Lebensräumen dieser noch relativ häufigen Eidechsenart, die aber bereits auf der Vorwarnliste in NRW steht, entgegen.

 

Leider wurden jetzt diese wichtigen Kleinstrukturen zerstört. Naturfrevler haben die Baumscheiben in den Graben geworfen. Damit werden unsere Erhaltungsmaßnamen für die nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützten Art nachhaltig gestört. Wir werden die Baumscheiben nun an anderer Stelle wieder auslegen und hoffen, dass unsere Naturschutzarbeit nicht wieder sabotiert wird.

 

Der NABU plant, das Vorgehen zur Anzeige zu bringen.

 

Bernd Margenburg