Aktuelles

 

Mit dem NABU-Kreisverband nach Holland

Sterntaucher
Sterntaucher

Erfreulicherweise auch mit ein paar neuen Gesichtern in den Reihen der knapp 30 Teilnehmer startete der Reisebus am frühen Morgen des 16.02.2019 in Bergkamen zur zweitägigen Holland-Rundfahrt des NABU-Kreisverbandes. Geprägt war die Tour dieses Mal von bestem Wetter. So viel Sonnenschein hatten wir noch nie dabei. Allerdings fehlen den Nieder-landen diesmal die großen Gänsemassen vorheriger Reisen. Denn mit den milder werdenden Wintern verbringen viele von ihnen diese Jahreszeit in Dänemark, um sich ein gutes Stück Zugweg zu sparen. Der Stimmung tut das keinen Abbruch, denn wir erleben auch so viel Schönes.

 

Wie üblich gehört der erste Tag den Poldergebieten. In der Provinz Flevoland befindet sich das 56 km² große Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen. Hier beob-achteten wir an zwei Stellen, zunächst am neuen Besucherzentrum nahe Almere und danach am Knardijk am alten Besucherzentrum. Gelegenheit zum Einkaufen und Mittagessen gibt es in Lelystad. Nachmittags durchfahren wir die Provinz Friesland, mit einem Aufenthalt am Mirnser Kliff. Zum Sonnenuntergang erreichen wir die Jungend-herberge in Grou, wo das Abendprogramm mit einem gemeinsamen Essen im chinesisch-indischen Restaurant "Kota-Radja" beginnt, wonach wir am offenen Kamin in der Unterkunft noch unser Zusammensein genießen. Es ist die gute Gelegenheit, mit anderen NABU-Mitgliedern zu plaudern, die man wegen der Größe des Kreisgebietes Unna sonst nur eher selten sieht.

 

Auch der zweite Tag hatte Sonne ohne Ende. Der Tag gehört der Küste. Nach dem Frühstück fahren wir direkt zum Fähranleger bei Holwerd, für einen längeren Beobachtungsstop. Wegen Bauarbeiten war es nicht möglich gewesen, auch dem Abschlußdeich einen Besuch abzustatten. Es geht weiter zum Lauwersmeer, zu den Vogel-beobachtungshütten Ezumakeeg Süd und Nord. Beim letzten längeren Halt erfreut uns ein Sterntaucher im Hafenbecken von Lauwersoog. Da er uns recht nahe heran läßt, ist es eine der schönsten Entdeckungen dieser Tour. Im wie gewohnt guten Fischrestaurant nehmen wir hier noch das Mittagessen ein, bevor auch schon wieder die Heimfahrt beginnen muß. Der Kreis schließt sich abends gegen 19 Uhr auf Gut Velmede, wonach noch ein paar Teilnehmer zum Standort des Busses bis Unna mitfahren. Neben anderen Pflanzen- und Tierarten konnten wir insgesamt 70 Vogelarten zählen. 

 

Text und Fotos: Uwe Norra


 

Fledermaus: Kontrolle eines Winterquartiers

Alle Bilder: H. Knüwer
Alle Bilder: H. Knüwer

Am 24.02.2019 war es wieder soweit. Wie jedes Jahr, hat Reinhard Wohlgemuth mit einem Team von Fledermausfreunden aus Unna, Dortmund und Recklinghausen das Winterquartier des Abendseglers in einem Wald an der Ruhr kontrolliert.

 

Bei strahlendem Sonnenschein hat das Team nach einem kleinen Spaziergang  durch den Wald das Winterquartier, ein an einem Baum befestigter Spezialkasten, erreicht. Im Kreis Unna gibt es wenig geeignete natürliche Quartiere (z. B. Höhlen, Bunker, sehr alte Bäume) für die Winterruhe der Fledermäuse. Die unterschiedlichen Fledermausarten haben jede für sich spezielle Anforderungen an ein Winterquartier, grundsätzlich sollte es frostfrei mit geringen Temperaturschwankungen sein sowie eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen.

 

Am Winterkasten angekommen, wird zuerst die umfangreiche Ausrüstung für die Kontrolle aufgebaut und die Aufgaben verteilt. Die Kontrolle soll zügig erfolgen, da die Fledermäuse anfangs noch verschlafen und dann einfacher zu untersuchen sind. Mit fortschreitender Zeit erwachen die Fledermäuse und werden aktiver und ihr Protest wird spürbar (deswegen die Handschuhe als Schutz vor den Zähnen).

 

Jetzt wird es interessant. Reinhard Wohlgemuth und Alfons Pennekamp öffnen vorsichtig den Winterkasten. Glück gehabt und den richtigen Zeitpunkt erwischt. 

 

Im Winterkasten sind viele Fledermäuse (Abendsegler) und werden nun für die Kontrolle in Gitterboxen umquartiert. Bei jeder Fledermaus wird kontrolliert ob Verletzungen vorliegen, welches Gewicht sie hat, die Länge des Unterarms wird gemessen und ganz wichtig, die Nummer der Klammer wird abgelesen. Die Nummer gibt Auskunft wer diese Fledermaus wann und wo beringt hat. Mit diesen Angaben ist es möglich, die Wanderrouten des Abendseglers nachzuvollziehen. Der Abendsegler kann bis zu 1500 km zwischen seinem Sommerquartier und seinem Winterquartier zurücklegen, bei einem Gewicht von ca. 25 g.

 

Nach ein paar Stunden sind alle Fledermäuse kontrolliert und wieder zurück in den Winterkasten gebracht. Dabei waren 4 Männchen und 26 Weibchen, sogenannte Wiederfunde. Diese hatten bereits eine Beringung von Reinhard Wohlgemuth in früheren Jahren erhalten, 21 Männchen und 23 Weibchen wurden neu beringt.

Insgesamt wurden 74 Fledermäuse erfasst.

 

Impressionen


 

Glückskäfer ohne Glück ?

Heimische Marienkäfer werden immer seltener.

Die Bestände der heimischen Marienkäfer (meist 7 schwarze Punkte auf rötlichen Flügeldecken) gehen dramatisch zurück. Als Hauptgrund wird die sehr starke Konkurrenz durch den asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis) genannt. Im Gegensatz zu den heimischen, meist einjährigen Arten, die in ein oder zwei Generationen etwa 400 Eier/Jahr legen, lebt „der Asiate“ bis zu 3 Jahre und legt in diesem Zeitraum bis zu 2.500 Eier.

 

Zu den heimischen Marienkäfern (ca. 80 Arten) zählt der einst häufige Siebenpunkter.

Siebenpunkter
Siebenpunkter
Zweiundzwanzig-Punkter
Zweiundzwanzig-Punkter

Asiatischer Marienkäfer (Beispiel; wenn Punkte, dann meist 19)


Um einen Überblick über den aktuellen Bestand im Kreis Unna zu erhalten, bitten H. Otten und H.- J. Pflaume nicht nur Beobachtungen, Fotos und Fundmeldungen weiterzugeben, sondern auch Totfunde für die exakte Artbestimmung einzusammeln.

 

Diese Funde bitte mit Fundort inkl. Postleitzahl und Datum beschriften und bei H. Otten abgeben (Einzelheiten bitte abstimmen).

 

Heino Otten

Wilhelm-Busch-Ring 25

59174 Kamen

eMail: heino.otten@gmx.de

Tel.: 02307/9109327

 

Text: Heino Otten, Bilder: E. und W. Postler

 

Weitere interessante Einzelheiten und Bilder zu den Marienkäfern gibt es hier.


 

Krötenschutz in Unna, Nordlünerner Straße

Es geht bald wieder los! Krötenwanderung 2019

 

Krötenschützer bereiten sich jetzt auf die neue Wandersaison vor

 

Es ist Anfang Februar, der Winter hat uns noch fest in seinem Griff, aber erfahrene Krötenschützer bereiten sich jetzt schon einmal langsam auf die kommende Wandersaison vor: wo waren noch einmal meine Gummistiefel, hat die Taschenlampe noch genug Saft, geht der Eimer noch vom letzten Jahr oder ist der Griff abgerostet und wo habe ich denn letztes Jahr meine Warnweste hingelegt, liegt die vielleicht noch im Kofferraum?

 

Bei einem Blick auf den Kalender und die Wetterprognosen scheint der Frühling noch in weiter Ferne, aber sobald die Temperaturen tagsüber dauerhaft die 10 Grad Celsius erreichen und erste Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, wachen die Kröten aus ihrer Winterruhe auf und dann kennen sie nur eines: auf direktem Weg zieht es sie zu ihrem angestammten Laichgewässer zurück, dorthin, wo sie vor 3-4 Jahren als kleine Kaulquappe geschlüpft sind.

 

In unserer dicht besiedelten Region treffen die Kröten auf ihrer Wanderung fast unweigerlich auf stark befahrene Straßen, in unserem Fall auf die Nordlünerner Straße im Unnaer Osten. Wer schon einmal versucht hat, eine Kröte mit der Hand aufzunehmen weiß, dass sie mitunter auch ganz schön weite Hüpfer unternehmen können, aber für den heutigen, stark motorisierten Straßenverkehr sind sie trotzdem zu langsam, ohne menschliche Hilfe hätten die allermeisten Kröten hier keine Chance, die andere Straßenseite lebend zu erreichen.

 

Aber auch für die Autofahrer selber ist so eine plötzliche Krötenschwemme auf der Straße alles andere als angenehm. Mutter Natur hat den Kröten zum Schutz vor Fressfeinden nämlich ihren urtümlichen Körperbau gegeben und so sehen dann auch für uns die kleinen Hüpfer aus dem Autocockpit heraus wie vom Winde verwehte alte Eichenblätter aus. Treffen dann Abende der Massenwanderung (19:00 – 22:00 Uhr bei 10 Grad Celsius oder höheren Temperaturen sowie bevorzugt noch andauernder guter Landregen) auf schnelle Autofahrer (aus Krötensicht ist alles ab 10 km/h schon aberwitzige Geschwindigkeit), ist das Desaster unausweichlich.

 

Wir Krötenschützer wissen um das Paradoxon der heutigen Zeit, dass Umweltschutz und unsere moderne Lebensart nicht immer miteinander einhergehen. Dies ist aber auch gleichzeitig der Grund, warum wir uns an der Nordlünerner Straße jedes Jahr aufs Neue engagieren, um einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Krötenpopulation an dieser Stelle zu leisten und um einer neuen Generation eine Chance zu geben.

 

Welche Ausrüstung benötige ich als Krötenschützer?

Die eigene Ausrüstung besteht aus wetterfester robuster Kleidung und Schuhwerk, einer Taschenlampe und ein eigener haushaltsüblicher Eimer. Alle Krötenschützer (auch die Erwachsenen!) tragen bei uns während der Aktion eine Warnweste, die bitte ebenfalls mitzubringen ist.

 

Wo muss ich hin?

Treffpunkt ist der Wanderparkplatz an der Nordlünerner Straße / Ecke Einmündung Hinter dem Holz. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

 

Wann geht es los?

Die Krötenwanderung ist stark wetterabhängig und beginnt mit Einbruch der Dunkelheit, sobald die Temperaturen tagsüber dauerhaft die 10 Grad Celsius erreichen.

 

An wen kann ich mich für weitere Fragen wenden?

Wir stehen gerne für alle Fragen rund um die Aktion an der Nordlünerner Straße in Unna zur Verfügung:

 

Annika und Rolf Böttger

Tel.: 02307 / 944 975 (Anrufbeantworter) oder e-mail: rolfboettger@gmx.net

  

Wir sehen uns bald am Krötenzaun!


 

Die NAJU-Gruppe im Schnee

Auch im Winter gibt es viel in der Natur zu entdecken. Unsere NAJU-Gruppe genießt den Schnee in der Ökozelle in Unna-Mühlhausen. Dick verpackt und mit hoffentlich hohen Stiefeln ist auch ein Bach kein Hindernis.


 

Wiesenmahd in Bergkamen-Heil 2018

Fotos: Bernd Margenburg
Fotos: Bernd Margenburg

Am Samstag, 01.09.2018 trafen sich

Bernhard Schlierkamp, Karin und Bernd Margenburg an der NABU-Garage, um den Balkenmäher zur Orchideenwiese nach Bergkamen-Heil zu bringen. 9:50 Uhr, nach kurzer Überlegung wie die beiden Benzinhähne am Balkenmäher stehen müssen, Choke gezogen und der Balkenmäher läuft. Damit hat die Wiesenmahd 2018 begonnen. Herunter vom Hänger und nach kurzer Fahrt ist die Orchideenwiese erreicht. Nun geht es los. Unser Ziel ist es, den südlichen, feuchteren Teil der Nasswiese zu mähen. Der Breitblättrige Rohrkolben und die Weiden haben sich hier wieder ausgebreitet, die die Wiesenpflanzen verdrängen. 2 Stunden später ist rund ¼ der Wiesenfläche gemäht.

 

Weiter geht es am 04.09.2018. Diesmal sind wir zu fünft. Udo Bennemann, Norbert Gruchot, Martin Kriesten, Bernd Margenburg und Bernhard Schlierkamp mähen den Rest der Wiese am Kraftwerk und die Fläche hinter dem Pumpwerk. Erstmalig haben wir zwei Balkenmäher und den Freischneider im Einsatz. Noch nie war es so trocken. Stiefel sind absolut über-flüssig. Es war in diesem Jahr zwar extrem trocken und heiß, aber auf Grund des hohen Grundwasserstandes ist der Boden der Wiese noch feucht. Das waren ideale Wachstums-bedingungen für die Wiesenpflanzen. Noch nie hatten wir so viel Biomasse auf der Nass-wiese. Um 14:00 Uhr ist bis auf die „Schonstreifen“ für Insekten alles gemäht. Damit sind alle notwendigen Vorarbeiten für Samstag, den 08.09.2018 abgeschlossen.

 

Samstag, 08.09.2018 um 9:30 Uhr geht es los. 21 Helferinnen und Helfer mit Harken, Heugabeln und Planen schaffen das Mahdgut von der Wiese. Drei Stunden später warten zwei große Heuhaufen nun am Rand der Wiese auf den Abtransport. Dank der Mithilfe der Eltern und Erzieherinnen der Kindertageseinrichtung „Unter dem Regenbogen“ aus Südkamen konnte auch in diesem Jahr die große Wiesenfläche so gepflegt werden, dass der Lebens-raum für die typischen Arten einer Nasswiese auch im nächsten Jahr erhalten bleibt. Der teilweise als Spielplatz umfunktionierte Heuhaufen und die Zugplanen als Transportmittel, die Beobachtung von Grasfröschen, Eidechsen und Heuschrecken sorgten bei den Kindern für einen erlebnisreichen Vormittag.

 

Am Montag, dem 10.09.2018 haben Schüler/Innen der BO2 der Friedrich von Bodelschwinghschule dem NABU bei der Wiesenmahd 2018 auf der Wiese hinter dem Pumpwerk geholfen. Die ungewohnte Arbeit machte allen sichtlich Freude und in kurzer Zeit war die Wiese abgeharkt und ein großer Heuhaufen am Wiesenrand war das unübersehbare Ergebnis. "Das können wir öfter machen!" hieß es zum Beispiel und so wurde dann gleich beschlossen, dass auch im nächsten Jahr wieder junge Helferinnen und Helfer zur Wiesenmahd kommen.

 

Zur gleichen Zeit wurde die RVR-Fläche auf der westl. Straßenseite gemäht. Am 12.09.2018 haben wir dann ca. die Hälfte des Mahdgutes von der RVR-Fläche abgetragen. Der Rest wurde dann von unserer kleinen, aber sehr aktiven Mahdgruppe am 17.09. und 19.09.2018 zusammengeharkt und abgetragen. Der Abtransport des Mahdgutes erfolgte Ende Oktober, wie in den vergangenen Jahren, durch einen ortsansässigen Landwirt.

 

Geschafft!!!

 

 

Bernd Margenburg

____________________________________________________________________________

 

Pflege des Orchideen-Biotops in Werne

Fotos: Martin Kriesten
Fotos: Martin Kriesten

In einer alten Mergelgrube wächst die seltene Orchidee Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris). 2003 wurde diese unscheinbare weiß blühende Orchidee (ca. 2000 Stk.) in Werne zufällig entdeckt. Durch die bereits einsetzende Verbuschung des Biotops wäre die Art in wenigen Jahren an diesem Standort nicht mehr vorhanden. Durch die vom NABU seit 2004 regelmäßig durchgeführten jährlichen Pflegemaßnahmen (i. W. Rückschnitt des Weidenausschlags, Mähen des Grases, Entfernen der kanadischen Goldrute) wurden für den Sumpf-Stendelwurz optimale Wachstumsbedingungen geschaffen. Insgesamt haben wir dieses Jahr 13 Big-Bags mit Mahdgut abgetragen. Dass der Einsatz sich lohnt zeigt die jährliche Kartierung; es wurden in 2018 ca. 5000 Stück Sumpf-Stendelwurz ermittelt und das Biotop ist somit eines der größten zusammenhängenden Vorkommen dieser Art in NRW. 

Um die weitere Verlandung der beiden Teiche im Biotop zu verlangsamen, wurde dieses Jahr zusätzlich ein Teil des Rohrkolbens aus den Teichen entfernt.

____________________________________________________________________________

 

Tag des Apfels am 06.10.2018

Foto: Ilona Warnke
Foto: Ilona Warnke

 

Bei wunderschönen sonnigem Herbstwetter zog der "Tag des Apfels" auf der Ökologiestation in Bergkamen-Heil erneut wieder viele Menschen an. Jung & Alt konnten auf dem Regional-markt Produkte aus der Umgebung erwerben, an div. Ständen vielfältiges Essen und Trinken probieren sowie Informationen zu Umweltthemen einholen. Der NABU Kreisverband Unna war mit einem Infostand vertreten und konnte Interessierten z.B. Tipps zu Gartenpflanzen, Teichbepflanzung, Sommerfütterung der Vögel sowie zum aktivem Naturschutz geben.